Goch: Therapie für Kinder in Indien
VON RITA HANSEN - zuletzt aktualisiert: 04.02.2012Goch (RP). "Muskan Viklang Trust" ist ein Verein, der sich für behinderte Kinder in Indien einsetzt. Mit geringen Mitteln soll eine bestmögliche Unterstützung realisiert werden. Einer der Initiatoren ist Heiner Janßen aus Keppeln.
UEDEM-KEPPELN / WEEZE "Machst Du das noch?" wird Heiner Janßen immer mal wieder gefragt. Die Frage zielt auf das Projekt "Muskan Viklang Trust (MVT) eV.", das er 2004 in Indien aufbaute (RP berichtete). Gemeinsam mit seinem Freund Rakesh Kumar Roy (physiotherapeutischer Assistentent) rief der in Keppeln aufgewachsene Physiotherapeut und Heilpraktiker ein Hilfsprojekt ins Leben, das sich nicht nur zum Ziel gesetzt hat, Menschen (besonders Kindern) mit Handicaps in Bihar, einem der ärmsten Staaten Indiens, zu helfen, sondern auch Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten.
Aus dem Zwei-Personen-Projekt wurde über die Jahre eine Organisation mit drei Therapeuten-Teams, die 50 bis 100 Patienten pro Woche behandeln. 1200 Euro im Monat, finanziert aus Spendengeldern, werden benötigt, um die elf indischen Mitarbeiter, die Benzinkosten aber auch das Geld für Hilfsmaterialien, Gips und dergleichen zu finanzieren. Die deutschen Mitarbeiter sowie Volontäre, die mit ihrer Kompetenz das Team vor Ort immer wieder eine Zeit lang unterstützen, arbeiten hingegen ehrenamtlich.
Seit 2009 verfügen die MVT-Projektler über einen Bus für Fahrten zu den Patienten. Die anderen beiden Teams fahren weiterhin mit Motorrädern zu den Menschen, die ihre Hilfe benötigen. Neben der Therapie vor Ort leiten die Helfer die Eltern an, wie sie die Behandlung und damit ihre Kinder unterstützen können.
"Wir halten es effektiv aber simpel, so dass die Eltern es zu Hause auch machen können", erläutert Janßen. Bei neurologischen Störungen habe sich besonders die traditionelle chinesische Medizin (TCM) bewährt. Mit der Kombination aus Akupunktur und chinesischen Heilkräutern habe/ man in den vergangenen Jahren in Indien beachtliche Erfolge erzielt. Eine Arbeitsweise, die hierzulande noch relativ unbekannt in Zusammenhang mit neurologischen Störungen wie beispielsweise Cerbral Parese, Epilepsie, Schlaganfall oder Tinitus ist. Daher möchte Heiner Janßen, der im Juli 2011 nach zwei weiteren Jahren in und um Indien nach Deutschland zurückkehrte, in seiner Praxis in Weeze seine in Indien gewonnen Erfahrungen auch hierzulande einsetzen, um zu helfen. "Heilen ist, als hätte man einen großen Werkzeugkoffer", erklärt Janßen, der seine Praxis in Weeze mit Unterstützung seiner Frau Punitha führt. "Manchmal benötigt man den Hammer und manchmal einen Schwamm." Es wüssten einfach noch zu wenig Patienten, dass es diese Kombination der TCM auch für den neurologischen Bereich gibt. "Und gerade bei Kindern wirkt es oft bahnbrechend", so der 37-Jährige.
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