Keppeln: "TÜVen tut weh"
VON CHRISTIAN BREUER - zuletzt aktualisiert: 16.02.2010 - 11:17Keppeln (RPO). Mit 44 Wagen und Fußgruppen schlängelte sich der Rosenmontagszug durch das Golddorf Keppeln. Tausende Narren säumten den Weg und kämpften mit Schunkeln und Tanzen gegen die eisigen Temperaturen.
Der Kegelclub Rich Janßen brachte es mit seinem Motto auf den Punkt: "Wej sin met Gold behange – öm et Salt modde wej bange" verkündeten die närrischen Kegler von ihrem "Räumfahrzeug". Und tatsächlich brauchte man schon gutes Schuhwerk, um sich beim Schunkeln und Tanzen auf den mit Schneematsch bedeckten Straßen nicht auf die rote Pappnase zu legen.
Doch die Karnevalisten in Keppeln waren auch durch Schnee und eisige Temperaturen nicht zu bremsen. Tausende säumten den Weg des Rosenmontagszuges, der sich in diesem Jahr mit 44 Mottowagen und Fußgruppen durch das Golddorf schlängelte. Passend zur goldenen Auszeichnung hatten sich die hübschen Damen der Fußgruppe vom Märchenwald als "Goldmarie" verkleidet.
90 Jahre Musikverein
Als ersten Wagen konnte Hans van Weegen, Ehrenpräsident der Queekespiere, als Moderator den Musikverein Keppeln begrüßen. Der ist in dieser Session 90 Jahre alt geworden und wurde deshalb auf dem Sitzungsorden der Queeken verewigt. In diesem Jahr schienen sich sowohl Wagenbauer als auch Fußtruppen besonders viel Arbeit bei den Vorbereitungen gemacht zu haben. Durchweg waren die Kostüme phantasievoll und passten zum jeweiligen Motto der Gruppe, das oft einen aktuellen Bezug zu Themen hatte, die zuvor bereits das Dorf oder auch ganz Deutschland bewegten.
Besonders kreativ zeigte sich der Reiterverein, der vor Schweinegrippe im Pferdestall warnte – und ein echtes Spanferkel auf dem Grill hinter sich herzog. Mit ihrem Motto "Impfen tut weh – TÜVen noch mehr" zeigten die Reiter auch gleich, was sie von der in diesem Jahr so viel diskutierten Sicherheitsüberprüfung der Wagen halten. Seit 40 Jahren bauen die "Männer vom Totenhügel" inzwischen Karnevalswagen, zu diesem Jubiläum beschenkten sie sich selbst mit einer überdimensionalen Geburtstagstorte. Noch zehn Jahre älter sind die "Rosenhofknaben", die zum goldenen Jubiläum als Mainzelmännchen unterwegs waren. Wenn schon nicht vom Himmel, so lachte wenigstens von ihrem bunten Wagen die Sonne auf die Jecken am Straßenrand.
Die Ludolfs
Sehr schön umgesetzt auch der Wagen von Fortuna Keppeln 1, "Abwracken mit den Ludolfs". Viele kleine Details machten deutlich, dass sich die Wagenbauer sehr genau mit den aus dem Fernsehen bekannten Schrotthändlern beschäftigt haben. Rund 40 Minuten dauerte die erste Runde durch den Ort, damit die Narren genug zu feiern haben, zieht der närrische Lindwurm gleich zwei Mal durch die Straßen, bestens organisiert von Zugleiter Johannes Hunzelar. Für seine Arbeit bedankten sich alle Zugteilnehmer mit einem besonders lauten "Keppeln Helau!"
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