Goch: Uedem: Fit für die Zukunft
VON LUDWIG KRAUSE - zuletzt aktualisiert: 28.02.2012Goch (RP). In den Räumlichkeiten des ehemaligen Plusmarktes in Uedem soll ein neues Gesundheitszentrum entstehen. Für die 800 Quadratmeter Fläche gibt es schon vier Mieter, der Bedarf für einen zusätzlichen Hausarzt steigt.
Einige Jahre steht er schon leer, der ehemalige Plusmarkt in Uedem. Bald jedoch kommt Leben in das verwaiste Gebäude. Auf den 800 Quadratmetern Nutzfläche soll ein Gesundheitszentrum mit fünf Praxen unterschiedlicher Disziplinen entstehen, vier Mieter stehen bereits fest.
Allen voran Jolanda Blijenberg vom Physiocenter Uedem. Seit 1994 hat sie ihre Praxis in der Viehstraße, in letzter Zeit wurde der Platz aber immer knapper. "Ich habe mich schon vor ein paar Jahren für das leer stehenden Gebäude interessiert", sagt die Physiotherapeutin. Damals sollte die Immobilie noch als Ganzes vermietet werden und nicht in Teilen. Nach mehreren Jahren Leerstand konnte man sich jetzt mit dem Vermieter einigen. Dass die gesamten Räumlichkeiten ebenerdig sind, sei bei ihrer Entscheidung für den alten Supermarkt und gegen andere Alternativen im Endeffekt ausschlaggebend gewesen.
Das neue Zentrum
Folgende vier Praxen stehen schon für das neue Zentrum fest:
Jolanda Blijenberg und ihr Physiocenter Uedem, mehr Informationen auf www.physiocenteruedem.de.
Der Internist Dr. Achim Densow, dessen momentane Praxis sich noch an der Mühlenstraße befindet, die Logopädin Melanie Kohl und das Pflegeteam Goertz von der Kervenheimer Straße 11 in Uedem.
Zusätzlich zum Physio-Center ziehen das Pflegeteam Goertz für häusliche Kranken- und Altenpflege, der Facharzt für innere Medizin, Dr. Densow, und die Logopädin Melanie Kohl in das neue Zentrum. "Interdisziplinäre Praxen sind in den Niederlanden ganz üblich. In Deutschland sind sie noch nicht so weit verbreitet – vor allen Dingen nicht in ländlicheren Regionen", sagt Blijenberg, selber gebürtige Niederländerin. Im August soll der Umzug beginnen. Um den Patienten den Übergang so einfach wie möglich zu gestalten, muss alles innerhalb kürzester Zeit ablaufen.
"Da die Räumlichkeiten dann schon bezugsfertig sind, müssen wir die Praxis nicht lange schließen", sagt Blijenberg. Derzeit befindet man sich noch auf der Suche nach einem weiteren Mieter für die verbleibenden 180 Quadratmeter. "Am liebsten wäre mir, wenn noch ein Allgemeinmediziner zum Team dazu stößt", sagt sie. Natürlich würde sie ebenso andere Fachbereiche begrüßen. "Der Bedarf in Uedem ist groß und wird in den nächsten Jahren noch weiter wachsen."
Bürgermeister Rainer Weber sieht die Lage ähnlich: "Momentan haben wir vier Ärzte in drei Praxen, da würde uns so manche andere Gemeinde im Kreis drum beneiden." Mittelfristig sehe auch er Handlungsbedarf: "In fünf bis zehn Jahren, wenn einige Ärzte aus Altersgründen ausgeschieden sind, sieht das ein wenig anders aus." Darum begrüße er das neue Gesundheitszentrum, vor allen Dingen hinsichtlich der Synergien, die dort entstehen können. "Natürlich wünsche ich mir aber, dass die durch den Umzug frei werdenden Praxisräume sinnvoll nachvermietet werden können." Uedem sei sehr zentral im Kreis Kleve gelegen und könne auch Fachärzte anbieten, die Bewohner anderer Gemeinden aufsuchen.
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