Goch: „Uemse Knolle-Schloot“
VON JÜRGEN LOOSEN - zuletzt aktualisiert: 05.01.2009Goch (RPO). Zugeklapptes Märchenbuch und entfachtes Flammenmeer: Mehr als 1500 Untertanen feierten 286 Minuten lang die furiose Gocher Prinzenkür und die Feuerwehr-Tollitäten Ingo I. Matenaers und Anne II. Verhaelen – das Ganze in der Dreifach-Turnhalle.
Mit einem so bewegenden wie tränenreichen Abschied fing alles an: Der allerletzte Auftritt der Vrouwenpoort-Tollitäten Uli II. Daniels und Nicole II. van de Kamp wurde zum ersten emotionalen Höhepunkt der furiosen Gocher Prinzenkür, die unter Leitung des trotz Fußbruchs bestens aufgelegten Sitzungspräsidenten Mike Theissen genau 286 Minuten lang fürwahr alles bot, was die mehr als 1500 Narren-Herzen in der ausverkauften Gocher Sporthalle begehrten. Stilecht beendeten die Frauensträßler ihren Märchen-Karneval mit einem überdimensionalen Märchenbuch: Vorleser Heiner Flintrop erzählte, wie eine Dornenhecke die ganze Vrouwenpoort überzieht, die jetzt darauf wartet, 2017 vom nächsten Prinzen wachgeküsst zu werden, während die rot-weißen Gecken auf der Bühne die Worte in die Tat umsetzten. Im Wortsinne ein Finale aus dem Märchenbuch.
Der Spruch der Nacht
Was auch für Eisbrecher Bruce Kapusta galt, denn der Trompeten-Clown aus dem Kölner Karneval lieferte einen Raketen-gekrönten Einstieg nach Maß, der die Stimmung vor dem triumphalen Einzug der neuen Feuerwehr-Oberhäupter schon auf den Siedepunkt trieb. Mike Theissen begrüßte das 7. Paar der Feuerwehr, Ingo I. Matenaers und Anne II. Verhaelen, die das Motto wahr werden ließen: „„Ganz Goch ein großes Flammenmeer, verzaubert von der Feuerwehr“. Der Moment der Inthronisierung kam um 20.36 Uhr, als Bürgermeister Karl-Heinz Otto seines Amtes waltete: Goch hatte sein neues Tollitäten-Paar. Otto prägte auch den Spruch der Nacht, als er die aus Uedemerfeld stammende Anne und den von Freunden „Schloot“ genannten Ingo kurzerhand umtaufte in „Uemse Knolle-Schloot“. . .
Kaum hatten die Flotten Funken der Feuerwehr zu Ehren der frisch gekürten Oberhäupter ihren Tanz auf die Bretter gelegt und Theissen vorhergesagt, dass „wir die Kuh bis Aschermittwoch fliegen lassen“, da reimten die beiden „Herrscher“ fein abwechselnd über den wahr gewordenen Traum und die neu gegründete RZK-Regimentskapelle spielte dazu auf.
Im Showteil ging’s Schlag auf Schlag von Höhepunkt zu Höhepunkt: Das „K 6“ mit Alt-Bürgermeister Willi Vaegs als Dirigent auf dem eigenen Stuhl begeisterte, auch mit der Idee, Ingo und Anne mitsingen zu lassen. Als Überraschungsgast der Wehr entpuppte sich Hilla Heien aus Kehrum als echter Knaller und dass die Kür Beine braucht, bewiesen die Mädchen vom KCC Goch als heißblütige Spanierinnen in ihrer Flammenmeer-Show und die Kolpingfunken.
Grandios die Stimmungskanone aus dem Sauerland namens „Herr Fröhlich“, der als wunderbare Mischung von Heinz Erhardt und Mister Bean die Lachtränen literweise fließen ließ, ehe Ruhrgebiets-Stimmungskanone Susan Kent, unter anderem mit Uedems Bürgermeister Rainer Weber als „Cowboy“, eine „One-Woman-Show mit Weltniveau“ (so Theissen) auf die Bretter zauberte. „Ein unvergesslicher Abend“, strahlte Ingo I. mit der „schier begeisterten“ Anne II. um die Wette.
Ein Startschuss aus dem Bilderbuch für die Feuerwehr und für ganz Goch. Dreimal Helau!
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