Goch: Unterricht der besonderen Art
VON NATALJA BRUCK - zuletzt aktualisiert: 15.02.2010Goch (RPO). Die Schüler der Klasse 9 d der Leni-Valk-Realschule Goch hatten Unterricht der besonderen Art: Ein spannender Workshop mit dem Theater im Fluss Kleve begeisterte die Jugendlichen.
Ein Teenager brüllt einen anderen an, geht drohend auf ihn zu. Spannung liegt in der Luft. Dann klatschen die Schüler, die im Halbkreis um die Szene herumsitzen, begeistert. Auch Harald Kleinecke, Regisseur des Theaters im Fluss und Leiter des Workshops, ist zufrieden: "Das war gut."
Neue Erfahrungen
Während Nils Baufeld und Ignatij Griken sich wieder hinsetzen, verteilt Kleinecke die nächste Aufgabe. In kleinen Gruppen entwickeln die Schüler eine Szene, sollen improvisieren. Hochkonzentriert hören die Schüler zu, wie Harald Kleinecke die Szene analysiert, bevor die Jugendlichen mit der Übung beginnen.
An zwei Tagen, jeweils für drei Stunden, geben die Theaterleute den Jugendlichen Einblick in Theater und Schauspiel. Die ungewöhnliche Aktion wurde von der Klassenlehrerin der 9 d, Angelika Komhard, angestoßen. Die Schülerinnen und Schüler nahmen den Vorschlag begeistert auf und finanzierten den Workshop zur Hälfte mit dem Inhalt ihrer Klassenkasse; der Förderverein der Leni-Valk-Realschule übernimmt den Rest.
Während die eine Hälfte der Klasse mit Harald Kleinecke arbeitet, hat sich die andere Hälfte der 9 d mit Tanzpädagogin Ella Lichtenberger in der Gymnastikhalle versammelt. Sie sollen in kleinen Gruppen nur mit Hilfe ihrer Körper die Momentaufnahme eines Gefühls nachspielen.
Hier herrscht konzentrierte Stille, während die Schüler ihre Klassenkameraden so positionieren, wie sie es für nötig halten. Dass Theater viel mehr ist als nur ein Spiel, erfahren die Akteure auf vielfältige Weise. "Wir dachten, dass so ein Workshop die Klassengemeinschaft stärken würde", meint Klassensprecherin Jennifer Guba. "Außerdem wollten wir das mit dem Theater einfach mal ausprobieren, auch um selbstbewusster zu werden", fügt ihre Mitschülerin Sirin Sezek hinzu.
"Es ist gar nicht immer so einfach, so viele verschiedene Charaktere unter einen Hut zu bringen", sagt Ella Lichtenberger lachend, "aber die Hauptsache ist, dass die Jugendlichen sich trauen, Sachen auszuprobieren und Spaß dabei haben."
"Ich freue mich"
Und das funktioniert. Nils Baufeld jedenfalls strahlt am Ende des ersten Tages im Gespräch mit der RP: "Ich freue mich schon auf den zweiten Tag!"
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