Goch: Von Beruf aus unterwegs
VON BIANCA MOKWA - zuletzt aktualisiert: 23.05.2011Goch (RPO). Ausbildungsberufe im Agrobusiness: Tobias Fuest macht seine Abschlussprüfung zum Berufskraftfahrer. Wie es weitergeht, weiß er bereits: Sein Chef Jakob Brimmers wird ihn übernehmen.
Straelen Wie kommt die Geranie in den Garten? Ohne die Hilfe von Tobias Fuest oder eines anderen Berufskraftfahrers würden viele Blumen und andere Erzeugnisse des Agrobusiness buchstäblich auf der Strecke bleiben. Er sorgt dafür, dass die Waren dort hinkommen, wo der Kunde sie bequem kaufen kann.
"Berufskraftfahrer ist auf jeden Fall mehr als nur hinter dem Steuer zu sitzen", sagt Gabriele Brimmers. Ihr Mann Jakob und dessen Bruder Lambert Brimmers leiten den Familienbetrieb Spedition Raeth. "Ein großes Thema ist heute auch die Ladungssicherheit", sagt Jakob Brimmers. Außerdem müssen Papiere ausgefüllt und der Umgang mit der GPS-Ortung gelernt werden.
Die Ausbildung
Voraussetzung für Berufskraftfahrer: Hauptschulabschluss
Ausbildungsdauer drei Jahre
Vergütung 550 bis 720 Euro, je nach Ausbildungsjahr
Perspektive Kraftverkehrsmeister
"Sowie technisches Verständnis für den Lkw", fügt er an. Der Umgang mit dem 410 PS starken Lastwagen erfordert vom Auszubildenden viel Verantwortungsbewusstsein. Dessen ist sich Tobias Fuest bewusst. "Einmal für den Straßenverkehr, aber auch für die Ladung", sagt der 22-Jährige.
Deswegen werden die Auszubildenden im ersten Jahr nicht direkt hinter das Steuer eines Lkw gesetzt, sondern lernen die Besonderheiten der Waren kennen. "Blume ist nicht immer gleich Blume", erklärt Gabriele Brimmers. Während es Schnittblumen lieber kühl mögen, brauchen Topfpflanzen höhere Temperaturen.
Der Attraktivitätsbonus des Berufs sei auf jeden Fall, dass im Rahmen der Ausbildung auch Auto-und Lkw-Führerschein bezahlt werden, sagt Jakob Brimmers. Zudem sei Berufskraftfahrer ein krisensicherer Beruf, "weil der Logistikbereich immer noch wachsen wird". Nach drei Jahren Ausbildung fährt Tobias auch schon eine eigene Tour. Die dunkelrot-türkisfarbenen Lkw der Spedition Raeth sind nicht nur am Niederrhein unterwegs, sondern auch in den Benelux-Staaten und in der Schweiz. "Wer sich für den Beruf entscheidet, sollte schon Spaß am Fahren und ein Auge fürs Rangieren haben", sagt Tobias Fuest. Die Arbeit bringt es mit sich, dass die Fahrer viel unterwegs sind. "Man hat schon Freizeit, aber nicht unbedingt am Heimatort", beschreibt Jakob Brimmers das Leben eines Berufskraftfahrers.
Zur Berufsschule ging Fuest in Essen. "Dort wurden Grundkenntnisse in Deutsch, Mathematik und Englisch aufgefrischt. Aber es gab natürlich auch ausbildungsbezogene Fächer wie Routenplanung und Kundengespräche." In seiner Klasse gab es auch Mädchen. "Heutzutage müssen wir als Berufskraftfahrer nichts Schweres mehr tragen. Dafür gibt es elektronische Helfer, zum Beispiel den Handhubwagen", sagt er. Für ihn geht es auch nach der Ausbildung im Betrieb Raeth weiter.
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