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Goch: Wer hat schon FH am Wasser?

VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 06.02.2009

Goch (RPO). Der Stadtentwicklungsausschuss diskutierte gestern Nachmittag die Auswirkungen der künftigen Fachhochschule auf die Stadtentwicklung. Die gute Nachricht: Das Ganze passt prächtig ins Stadtentwicklungskonzept.

kleve Als Hochschulstandort muss man mehr tun, als nur eine Hochschule bauen. Was wie eine Binsenweisheit klingt, aber für künftige Standorte wie Kleve wichtig ist, unterstrich Professor Rudolf Scheuvens vom Planungsbüro Scheuvens+Wachten gestern Nachmittag vor dem Stadtentwicklungsausschuss. "Standorte müssen ein besondere Qualität schaffen, mehr als nur die Fläche stellen. Das ist Aufgabe der Stadt, nicht des Landes oder des Kreises", so Scheuvens.

Kleve tut mehr. Denn gestern stand im Stadtentwicklungsausschuss eben jene Fachhochschule auf dem Programm. Die Stadt Kleve hat den Vorteil, dass schon vor dem Zuschlag für die Hochschule der Stadtentwicklungsprozess mit dem Büro Scheuvens+Wachten angestoßen wurde, in den sich jetzt nahtlos die Fachhochschule integrieren kann. Rund 56 Hektar Flächen der Stadt Kleve werden in diesem Stadtentwicklungskonzept diskutiert – Flächen, die für Wohnbau, für Gewerbe, für Erholung und Freizeit vorgesehen sind. Das sind knapp 60 Fußballplätze, die für eine fundierte Zukunft für die Stadt Kleve überplant werden müssen. Vier Hektar davon gehören künftig der Fachhochschule, die sich auf den städtischen Flächen am Hafen entwickeln soll.

Speicher als Markenzeichen

"Es wäre denkbar, dass man den Speicher in eine Neubauplanung als Markenzeichen integriert – auf jeden Fall haben sie eine Position: Wer hat schon eine Fachhochschule am Wasser zu bieten. Das ist für Studenten attraktiv". Das muss es auch – denn Studenten kommen heute nicht mehr automatisch in die Städte . "Achten sie auf Qualität: Hamburg baut eine Universität an den Hafen, die energetisch und architektonisch ganz neue Maßstäbe setzt, Gummersbach hat jetzt seine Hochschule neu gebaut, die ähnlich wie Kleve an eine alte Industriebrache grenzt: Flächen um Kleingewerbe und Gewerbe anzusiedeln", so erläuterte Scheuvens weiter. Die Schule wird sich positionieren müssen.

Kleves Vorteil sei auch die Nähe des Hochschulstandortes zur Innenstadt. "Wir haben festgestellt, dass innerstädtisches Wohnen in Kleve schwierig ist. Holen sie die Studenten in die City, die wohnen gerne hier!", regte er an. Andernorts müsse man jetzt nicht nur an Generationsübergreifendes, sondern an studentisches Wohnen denken. Und führt fort, dass die Stadt nicht nur auf eigene Flächen sehen muss, sondern auch die Anrainer mit ins Boot holen soll.

Auf Fragen von Kleves CDU-Fraktionschef Udo Janssen und Planungsamtsleiter Dirk Posdena unterstrich Scheuvens, dass die Stadt genügend Flächen bereit halte, um leicht mit den Anforderungen der Hochschule fertig zu werden. Erstes Ziel müsse einfach sein: Die Studenten in die Stadt holen und Gewerbe an die Fachhochschule anzusiedeln.

Quelle: RP

 
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