Goch: Zurück vom Erdbeben-Einsatz
VON ANJA SETTNIK - zuletzt aktualisiert: 08.10.2009Goch (RPO). Mark Rösen von der Weezer Flughafen-Feuerwehr ist nach wenigen Tagen in Indonesien mit seiner I.S.A.R.-Hilfstruppe an den Niederrhein zurückgekehrt. Die Helfer haben Schwerverletzte versorgt.
Verein braucht Geld
40 000 Euro hat I.S.A.R. Germany für Flug, Telefonkosten mit der Einsatzzentrale in Kleve und Verpflegung vorgestreckt.
Der Verein bittet deshalb die Bevölkerung um Spenden auf das Konto 170 930 8013 bei der Volksbank Niederrhein, Bankleitzahl 3546 1106.
WEEZE / niederrhein Der Pressesprecher krächzt nur noch. Zweimal 25 Stunden Klimaanlage in Flugzeugen, dazwischen mehrere Tage lang 30 Grad Hitze, drei Tage Monsunregenfälle und keine Zeit, sich umzuziehen – "wir sind praktisch nie trocken geworden". Dennoch standen Mark Rösen und seine I.S.A.R.-Kollegen wenige Stunden nach ihrer Ankunft im Heimatland schon für Fragen zur Verfügung. Am Morgen waren sie von ihrem Hilfseinsatz in Indonesien nach Frankfurt zurückgekehrt und standen kurz darauf am Niederrhein Rede und Antwort.
Mark Rösen ist, wie berichtet, Mitglied der Weezer Flughafenfeuerwehr. Seine Kollegin Daniela Lesmeister lebt in Kleve; dort war auch das Info- und Lagezentrum eingerichtet. Die beiden Niederrheiner waren mit einer 25-köpfigen Mannschaft unterwegs – Spezialisten der Hilfsorganisationen I.S.A.R. (International Search and Rescue) und F.I.M.A. (First International Medical Assistance).
Nicht mehr gebraucht
"Nach dreitägigem Einsatz im Erdbebengebiet nahe der Stadt Padang hat die dortige Regierung den Hilfsorganisationen aus aller Welt mitgeteilt, dass ihre Unterstützung nicht mehr gebraucht werde", erklärte Rösen. Was sie im Krisengebiet erlebten, wird sie noch lange beschäftigen. "Es wurde kein einziger Überlebender geborgen", sagt Tim Poluzyn.
Der 31-Jährige arbeitet sonst als IT-Spezialist bei der Messe Düsseldorf. Auch seine Frau Sabine war mit in Indonesien. Sie war für die Ortung von Verschütteten mit endoskopischen Kameras und Horchgeräten zuständig. "Wir kamen zu einem Dorf, das durch einen Landrutsch verschüttet worden war. In einem Feldlazarett lagen 40 Verletzte, die von indonesischen Ärzten versorgt wurden. Dort haben wir mit Medikamenten und medizinischen Geräten geholfen. Wir sahen Arm-, Bein-. und Rippenbrüche. Die gebrochenen Gliedmaßen mussten eingegipst und die Patienten mit Schmerzmitteln behandelt werden", berichtet Sascha Laackmann, 27-jähriger Krankenpfleger aus Moers.
Der Hauptbrandmeister vom Airport Weeze (er lebt in Xanten) ist froh, dass ihn der Flughafen unbürokratisch freistellte – jetzt hat er noch ein paar Tage Urlaub. Neben dem Profi-Feuerwehrmann waren übrigens auch Christian Trost von der Freiwilligen Feuerwehr Uedem und Rainer Vogt aus Kalkar mit im Team der Helfer für Indonesien. "Alle sind I.S.A.R.-Mitglieder und Fachleute für die Suche mit Hunden, für technische Ortung, fürs Bergen oder Retten."
Nach dem Abzug der Ersthelfer müssten im Krisengebiet jetzt humanitäre Einsätze folgen.
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