Weeze: 380 000 Euro am Haken
VON MICHAEL BÜHS - zuletzt aktualisiert: 02.12.2008Weeze (RPO). Mit einem Schwertransporter hat RWE Rhein-Ruhr den ersten Transformator an der neuen Umspannanlage am Willy-Brandt-Ring in Weeze anliefern lassen. Im Frühjahr 2009 soll das zweite Element folgen.
Es ist noch dunkel, da rollen die ersten Fahrzeuge an der Umspannanlage in Uedem an. „Um sechs Uhr waren wir heute morgen vor Ort“, sagt René Schaps. Die Verladearbeiten beginnen. Nachdem die letzten Schulbusse die Anlage passiert haben, wird die Straße gesperrt. „Dann ging’s los“, berichtet der Mitarbeiter der Firma Colonia Spezialfahrzeuge. Der Schwertransporter macht sich auf dem Weg, auf seiner Ladefläche ein 26 Tonnen schwerer Transformator im Wert von rund 380 000 Euro. Das Ziel: Die neue Umspannanlage am Willy-Brandt-Ring in Weeze.
Austausch oder Neubau
Da verschiedene Teile der alten Anlage an der Vorseler Straße „das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreicht haben, mussten wir uns entscheiden: Tauschen wir nur aus oder bauen wir neu“, erklärt Jürgen Tünnesen, Projektleiter von RWE Rhein-Ruhr. Man habe sich dafür entscheiden, „modern zu investieren“ und eine neue Umspannanlage – ein „präventiver Neubau“, so Tünnesen – zu errichten. „Die Fundamente etwa entsprechen neuester, innovativer Technik“, sagt Tünnesen. Der Anschluss erfolgt komplett über Erdleitungen, zudem wurde ein neues Schalthaus mit Anbindung an die Schaltsteuerzentrale in Wesel „im niederrheinischen Stil gebaut“, so Tünnesen. „Wir wollen uns durch eine integrative Bebauung den Gegebenheiten anpassen.“
Mittlerweile hat der Schwertransporter, der mit 80 Stundenkilometern unterwegs ist, mit seiner Ladung das Ziel erreicht. „Ich bin sehr froh, dass die Straße gesperrt worden ist“, sagt Tünnesen, den das hohe Verkehrsaufkommen am Willy-Brandt-Ring überrascht. René Schaps ist derweil erleichtert, dass man sich dafür entschieden hat, die Zufahrt mit großen Stahlblechen auszulegen. „Ohne die könnte es passieren, dass ein Lkw bei Ausweichbewegungen im matschigen Feld steckenbleibt.“
Doch allzu große Sorgen bereitet ihm dies nicht. „Das ist unsere tägliche Arbeit, wir sind darin sehr routiniert.“ Und auch Jürgen Tünnesen hat großes Vertrauen – zurecht, denn wenig später hängen die 26 Tonnen des Transformators am Haken und senken sich dann millimetergenau auf ihr Fundament. Tünnesen ist zufrieden: Premiere geglückt, denn obwohl er Weezer ist, „ist dies nach 27 Jahren mein erstes Projekt in der Heimat“.
Frühjahr 2009 in Betrieb
Die Weezer Bürger werden von den Arbeiten nichts mitbekommen. Die Anlage Vorseler Straße bleibt so lange in Betrieb, bis die beiden Transformatoren am Willy-Brandt-Ring laufen. „Im Januar oder Februar nächsten Jahres geht der erste Transformator in Betrieb, im März holen wir dann den zweiten von der alten Weezer Anlage rüber“, erklärt Tünnesen. Im Mai oder Juni soll dann der neue Standort komplett übernehmen. Mit dieser Investition habe man „nach der Konzessionsverlängerung ein Zeichen gesetzt“, meint Tünessen – und die Basis geschaffen, später einmal möglicherweise auch den Flughafen mitversorgen zu können.
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