Kevelaer: Ärger um Bischofskapelle
VON ELLEN SCHLÜTTER - zuletzt aktualisiert: 14.08.2010Kevelaer (RPO). Bischof Tebartz-van Elst hat in seiner Domstadt Limburg Ärger wegen eines geplanten Bischofshauses mit Kapelle. Es hagelt Kritik, der Geistliche würde Geld verschwenden. Derzeit prüft die Stadt die Entwürfe.
Twisteden/Limburg Es war eine grundsätzliche Entscheidung, die das Domkapitel in Limburg, wo der Twistedener Franz-Peter Tebartz-van Elst als Bischof tätig ist, getroffen hat. Und obwohl es Kritik hagelt, an den Plänen ein neues Bischofshaus samt Kapelle auf dem Domberg zu bauen, hält das Gremium an diesem Vorhaben fest. "Die Entscheidung ist wohlüberlegt getroffen worden und richtig", betont Patricia Arndt, Pressesprecherin des Bistums. Viele Vorwürfe richten sich jedoch gegen den Bischofs. Es würden horrende Summen vergeudet, nur um ihm ein neues Domizil zu bauen, Kirchensteuern in Millionenhöhe verschwendet, heißt es aus dem Mund der Kritiker.
Aktueller Stand
Die Umstände setzten eine sehr genaue und überlegte Planung voraus, erläutert Arndt. Die Stadt prüfe derzeit die Entwürfe darauf, ob sich das Bauvorhaben sensibel genug in das Bild der historischen Altstadt einfüge.
Laut einem Bericht der dortigen Zeitung, der Nassauischen Neuen Presse, sollen die aktuellen Pläne kommende Woche im Bauausschuss vorgestellt werden, der Bauantrag solle anschließend eingereicht werden.
Entscheidung zuvor getroffen
Arndt kann da nur den Kopf schütteln. "Unzufriedenheit wird sehr schnell personalisiert", sagt die Bistumssprecherin. "Es ist sehr bedauerlich, dass die Sachebene dabei dann in den Hintergrund rückt." Denn würde man diese kennen, entziehe sie den Vorwürfen gegen den Twistedener Bischof den Boden. Fakt sei nämlich: Das Domkapitel fällte seine Entscheidung, ein neues Bischofshaus in der Nähe des Doms zu bauen, in der Zeit, als die Bischofsstelle noch vakant war. Also noch bevor der aktuelle Bischof überhaupt feststand.
Ob denn ein Neubau überhaupt nötig sei? "Das Haus ist als Dienstsitz für alle künftigen Bischöfe von Limburg gedacht", so Arndt. Tebartz-van Elsts Vorgänger, Bischof Franz Kamphaus, hatte noch im Priesterseminar gelebt. "Dort ist aber mittlerweile ein lebhafter Seminar- und Tagungsbetrieb", erläutert Arndt, warum dies künftige Bischöfe nicht auch tun. Ein Ärgernis ist in den Augen vieler die Kapelle, die eigens für den Bischof dort entstehen soll. Da stellt sich die Frage, wozu diese in unmittelbarer Nachbarschaft zum Dom denn überhaupt gebraucht wird. "Die Eucharistie und das Gebet sind Kern der bischöflichen Arbeit", stellt Arndt heraus. Im hochfrequentierten Dom sei das nicht immer so einfach möglich. Eine Bischofskapelle sei durchaus üblich.
Das Bischofshaus soll auf besonderem Baugrund in der historischen Altstadt Limburgs entstehen. Auf die Höhe der Gesamtkosten möchte Arndt sich nicht festlegen. Fest steht: Maximal 2,5 Millionen können aus einer Kirchensteuer-Rücklage finanziert werden, dieser Betrag sei gedeckelt und beinhalte auch die Sanierung der denkmalgeschützten Vikarie. "Die Steuermittel werden nur für Verwaltungs- oder Büroräume genutzt", betont Arndt. Alles darüber hinaus kommt aus dem sogenannten Bischöflichen Stuhl, einer Körperschaft des öffentlichen Rechts. Kurz vor seinem Amtsantritt habe Bischof Tebartz-van Elst geraten, eine kostengünstige Lösung zu finden. Woran ihm aber vor allem gelegen sei, sagt Arndt, ist eine sachliche Diskussion.
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