Weeze: Air Berlin findet Weg nach Weeze
VON ULLI TÜCKMANTEL - zuletzt aktualisiert: 07.07.2008Weeze (RPO). Was RP-Fotograf Gerhard Seybert da gestern Nachmittag auf dem Airport Weeze vor die Linse bekam, dürfte es nach den Bekundungen des selbsternannten Luftfahrt-Pioniers Joachim Hunold eigentlich gar nicht geben.
Der Chef von Air Berlin lässt normalerweise keine Gelegenheit aus, wahlweise Kübel von Häme über dem niederrheinischen Flughafen auszugießen oder gleich dessen Schließung zu fordern. Gestern ließ er in Weeze landen – und wird dies auch weiter tun.
Für Sky eingesprungen?
Nach RP-Informationen sorgen die aktuellen Kerosin-Preise für einige Turbulenzen in der Branche. Air Berlin flog gestern dem Vernehmen nach Touristen nach Weeze zurück und um 17.55 Uhr nach Antalya, die eigentlich Flüge mit der türkischen Sky Airlines gebucht hatten. Weil Sky die Flüge gestrichen habe, soll Air Berlin eingesprungen sein – und dies in den kommenden Tagen weiterhin tun. Gestern tauchte nun plötzlich der Flug „AB 3664“ in den Fluginformationen des Airports auf.
Teilnehmern des Internet-Forums „Pro Niederrhein“ war bereits Mitte Juni aufgefallen, dass Air Berlin von dem Duisburger Reiseveranstalter Schauinsland als Carrier für Weeze-Flüge angegeben wurde, diese Flüge aber nicht buchbar waren. Zuletzt im vergangenen Jahr hatte Air Berlin Chef Hunold im Gespräch mit der RP ausgeschlossen, nach Weeze zu fliegen und von einem „künstlichen Markt“ gesprochen, der mit Steuergeldern am Leben erhalten werde.
Kurz darauf hatte Hunold im Duett mit dem Düsseldorfer Flughafengeschäftsführer Christoph Blume behauptet, in Weeze werde jeder Passagier mit 20 Euro subventioniert. Im gleichen Zusammenhang erklärte Hunold zu Ryanair, man vergleiche sich nicht mit „Viehtransportern“.
Feindschaft mit Tradition
Als 2005 die damalige HapagFly Mallorca-Flüge ab Weeze ankündigte (die sie nach dem OVG-Urteil zur Flughafenbetriebserlaubnis im Januar 2006 niemals aufnahm), geriet Air Berlin in eine peinliche Situation: Aufgrund eines so genannten Codeshare-Abkommens mit HapaFly hätte Air Berlin diese Tickets für Konkurrenz-Flüge zur eigenen Düsseldorf-Mallorca-Strecke mitverkaufen müssen.
In der Branche würde kolportiert, Air Berlin habe es kurz zuvor noch abgelehnt, für „alltours“ Passagiere in Weeze an Bord zu nehmen.
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