Weeze: Airport einigt sich mit Klägern
VON CORINNA KUHS - zuletzt aktualisiert: 28.05.2009Weeze (RPO). Der Flughafen Weeze ist auf außergerichtlichem Weg weitergekommen: Mit den am stärksten betroffenen Klägern wurden Vereinbarungen getroffen. Ob auch die Aktionsgemeinschaft gegen Fluglärm mitzieht, ist offen.
Nach langen Gesprächen hat der Airport Weeze nun fünf Gegner weniger: Außergerichtlich einigte sich der Flughafen gestern mit "allen Klägern, die besonders eng um den Flughafen herum wohnen", erklärte Airport-Geschäftsführer Ludger van Bebber im Gespräch mit der Rheinischen Post. Zudem habe der Flughafen zur Aktionsgemeinschaft gegen Fluglärm "Stopp Laarbruch" Kontakt aufgenommen, um dieser ein Angebot für eine außergerichtliche Einigung zu machen. In der Aktionsgemeinschaft sind die verbleibenden Kläger organisiert.
Heute Abend Abstimmung
Stopp Laarbruch
Die Aktionsgemeinschaft gegen Fluglärm wurde 1996 gegründet. Die Mitglieder treffen sich jeden ersten Donnerstag im Monat in der "Brücke" in Winnekendonk. Heute findet eine außerordentliche Mitgliederversammlung in der Begegnungsstätte an der Kirche statt. Zugelassen sind nur Mitglieder (Ausweiskontrolle).
Heute Abend wird es eine außerordentliche, nicht-öffentliche Mitgliederversammlung geben, in der die Flughafen-Gegner ihre Haltung zu dem Angebot darstellen können. Über das Angebot wird abgestimmt. Die Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft, Heike van Straelen, erklärte gestern, dass sie nicht absehen könne, wie die Entscheidung ausfalle. Sie habe bisher nur wenige Rückmeldungen der Mitglieder erhalten, und diese seien halb und halb ausgefallen.
Die Kläger, mit denen sich der Airport bereits geeinigt hat, ziehen ihre Klagen zurück. Darunter ist auch jener Kläger, der im April per Eilantrag erstritten hatte, dass die Betriebszeiten des Airports beschränkt wurden.
Zu den Inhalten des Angebotes erklärte Ludger van Bebber, dass man unter anderem massiven Lärmschutz offeriert habe. Vorstellbar sei die "Gewährleistung von Lärmschutzmaßnahmen weit oberhalb der gesetzlichen Vorgaben für alle Bewohner Winnekendonks". Anwohner Ahmet Siegel, seit Jahren im Rechtsstreit gegen den Flughafen aktiv, wollte sich gestern nicht zu Details der Einigung äußern.
Er bestätigte lediglich, dass man sich einig geworden sei und verwies darauf, dass man schon seit "mehr als einem Jahr schwer verhandelt" habe. Dass eine außergerichtliche Einigung mit fünf Klägern möglich wurde, sieht van Bebber in der aktuellen Entwicklung begründet. "Wir denken, dass wir und die Kläger inzwischen gar nicht mehr so weit auseinander sind."
Einschränkungen
Die von der Bezirksregierung ergänzte Betriebsgenehmigung, die diese am 1. Mai erlassen hatte (die RP berichtete), habe die Tagesrandzeiten um anderthalb Stunden eingekürzt und weitere lärmmindernde Einschränkungen enthalten, die Kläger und Airport vertreten könnten, etwa, dass abends nur besonders leise Flugzeuge erlaubt seien.
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