Kevelaer: Airport-Parker ärgern Wember
VON STEFAN GILSBACH - zuletzt aktualisiert: 07.10.2008Kevelaer (RPO). Viele Kunden des Airport Weeze lassen gerne ihr Auto in der Ortschaft Wemb stehen, um Parkgebühren zu sparen. Die Anwohner sind sauer. In einem Fall wurde ein Dauerparker sogar „platt gelegt“.
Wemb Viele Bürger in Wemb sind verärgert. Der Grund: Immer öfter nehmen ihnen ortsfremde Autofahrer die Parkmöglichkeit weg. Es sind Dauerparker, die eine Flugreise vom Airport Weeze aus unternehmen, aber die Gebühren auf dem Flughafengelände sparen möchten. Da kommt die benachbarte Ortschaft Wemb gerade recht, um zum Nulltarif den fahrbaren Untersatz abzustellen.
Manche fahren per Taxi weiter
„Diese Leute parken vor allem an drei Stellen im Dorf“, sagt Rolf Redzinski, der Präsident der Geselligen Vereine Wemb. „Schlimm ist es am Piesacker Weg, der ist oft völlig zugeparkt.“ Beliebt sei auch die Straße an der Beeck. Und rund um das Bürgerhaus lassen die Flugreisenden ebenfalls gerne ihr Auto stehen. Oft kämen Reisende mit zwei Pkws, stellten einen ab und führen mit dem nächsten weiter zum Airport. Manche gingen auch zu Fuß, andere bestellten sich extra ein Taxi.
Im Vergleich günstig
Eine Woche Parken am Airport Weeze kostet 39 Euro, zwei Wochen 55 Euro. Der Airport Weeze sei bei den Parkgebühren im Vergleich zu anderen Flughäfen günstig, erklärt Flughafen-Sprecher Holger Terhorst. Laut einem neuen Rating seien etwa die Flughäfen Düsseldorf, Köln, Eindhoven und Amsterdam in diesem Punkt teurer. Nur das Parken in Dortmund sei preiswerter.
Bei den betroffenen Anwohnern sitzt der Frust tief. In einem Fall, berichtet Redzinski, hätten Unbekannte einem Dauerparker die Luft aus den Reifen gelassen. „Das ist natürlich nicht in Ordnung“, sagt Redzinski. Aber eine Lösung müsse her, möglichst ohne Wemb mit einem Schilderwald zu überziehen.
Genau dies sei das Problem, sagt Weezes Bürgermeister Ulrich Francken. Man sei über das Problem informiert, aber eine Lösung sei nicht einfach. „Grundsätzlich ist das öffentlicher Verkehrsraum.“ Der Vorschlag, Anwohnerparkplätze einzurichten, sei für ein Dorf wie Wemb nicht durchsetzbar. „So etwas klappt nur in Großstädten, damit die Leute abends ihr Auto abstellen können“, sagt Francken.
Nicht nur in Wemb
Die Weezer Verwaltung will das Thema demnächst in Gesprächen mit den Kreisbehörden noch einmal zur Sprache bringen. Übrigens sei nicht nur Wemb betroffen. Auch in Weeze selbst, beispielsweise auf den Park & Ride-Plätzen am Bahnhof, machten sich die Dauerparker zunehmend breit. Francken ärgert sich darüber, dass auf einschlägigen Internet-Seiten Gratis-Parkplätze ausdrücklich empfohlen werden.
Manche haben eine noch „näherliegende“ Lösung entdeckt. In einem Forum ist zu lesen: „Hab mir (...) in diesem Militärgelände eine Ecke gesucht, wo mir Parken zumindest nicht verboten schien und hab meinen Koffer so zirka einen Kilometer bis zum Terminal gezogen. Immerhin stand mein Auto noch da, als ich zurückkam.“
Flughafen-Sprecher Holger Terhorst kann von dieser Sparidee nur abraten. „Wer dort ertappt wird, dessen Wagen wird abgeschleppt.“ KOMMENTAR
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