Kreis Kleve: Airport Weeze: Frustriert am Gepäckschalter
VON ANJA SETTNIK - zuletzt aktualisiert: 16.04.2010 - 13:08Die elektronische Anzeigetafel ist eindeutig: Alle Flüge am Freitag fallen aus, es kommt keine Maschine rein, und keine geht raus. Weil in Island ein Vulkan ausgebrochen und eine riesige Aschewolke in den Himmel gestiegen ist, hat fast ganz Nordeuropa seinen Luftraum geschlossen.
Nachdem am Donnerstag nur die Flüge nach und von Großbritannien und Skandinavien betroffen waren, ist heute der gesamte Flugbetrieb am Airport Weeze zum Erliegen gekommen. Viele Leute sollten am frühen Freitagmorgen abheben und mussten entsprechend früh von Hause losfahren. Klar, dass sie die Nachrichtenlage oftmals noch nicht kannten: Sie haben den Airport Weeze erreicht und lesen nur "cancelled".
Busse sind gefragt
Gelegentliche Durchsagen klären sie über den gegenwärtigen Stand der Dinge auf. Um die Mittagszeit ist klar, dass am heutigen Tag alle Flugzeuge am Boden bleiben. Was tun? Zunächst einmal umbuchen, wenn man nicht auf den Kosten sitzen bleiben möchte. Wer eine Pauschalreise gebucht hat, wird vom Personal seines Veranstalters betreut. All die Individualreisenden allerdings müssen sich selbst kümmern. Auf der Ryanairseite im Internet stand schon am Donnerstag, dass Umbuchungen und Stornierungen kostenfrei möglich sind.
Francine Douflet und Gisele Arne, zwei Frauen mittleren Alters aus Belgien, die sich auf Kreta erholen wollten, sitzen nun frustriert am Gepäckschalter. Sie wollten eigentlich ab Brüssel fliegen, wurden dann mit dem Bus nach Weeze gefahren, weil der Veranstalter hoffte, von hier aus seien die Chancen besser. Nun wissen sie gar nicht, wie es weiter gehen wird.
Pilger kommen in Jugendherberge unter
Zwei andere Frauen, Annette Pall und Peggy Kedzierski aus Chemnitz, die eigentlich nach Spanien wollten, bleiben gelassen und sind froh, dass sie in der Jugendherberge Kevelaer unterkommen. Sie wollen am Montag nach Valladolid und von dort aus nach Santiago de Campostela pilgern.
Busse zu den benachbarten Bahnhöfen sind gefragt, und auch die Gastronomie hat gut zu tun. Die "Gestrandeten" müssen schließlich versorgt werden. Hier und da schläft ein verhinderter Passagier auf einem Stuhl, stark gefragt sind Selbstbedienungs-Computerterminals und natürlich die Info-Schalter. Wie es am Samstag weitergeht, kann noch niemand sagen. Das wird die Flugsicherung entscheiden.
Die große Airport-Reportage lesen Sie am Samstag in der Rheinischen Post!
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum


