Weeze: An einem Tag Meer erleben (Barcelona/Spanien)
VON CORINNA KUHS - zuletzt aktualisiert: 02.01.2009 - 14:55Montag, 13.14 Uhr: Eine Durchsage geht im allgemeinen Gemurmel unter. Nach dem ausgiebigen Sicherheitscheck mit Stiefel ausziehen und abgetasteten Jeansknöpfen stehen die Reisenden dort, wo sie ihre Bordkarten abgeben sollen.
Aufgeteilt in zwei Reihen (Nummer 1 bis 90 und 91 bis 189) drängeln die Leute, um endlich vom Terminal des Airports Weeze aus zur Ryanair−Boeing laufen zu dürfen. Platzkarten gibt es keine. Daher wollen alle möglichst weit vorne stehen.
14.55 Uhr: Im Flugzeug, das gut 20 Minuten verspätet abhebt, verwundert eine merkwürdige Durchsage: Es gibt Rubbellose zu kaufen. Aber es gibt auch weniger Kurioses zu vermelden: Trotz der Verspätung soll die Maschine pünktlich in Barcelona−Girona landen. Geht doch.
15.45 Uhr: Auf dem Airport in Girona gibt es am Tourist Office die Karten für den Barcelona Bus, der die Fluggäste in die GaudÃ− Stadt bringt. Der Bus fährt gegenüber dem Terminal ab (leicht rechts halten), und ist zeitlich auf die jeweiligen Flüge abgestimmt: Für die Passagiere aus Weeze fährt er um 16 Uhr. Die Fahrt dauert 70 Minuten. Wer nach etwa 50 Minuten nach links schaut, kann schon mal einen Blick auf das Meer werfen, die Autobahn führt an der Küste entlang.
Der Bus hält am Nordbahnhof; dort unbedingt Richtung „Sortida NÃ pols“ gehen, von dort ist es kürzer zur nächsten Metro−Station „Arc De Triomf“.
18 Uhr: Ankunft im Hotel „Catalonia Rubens (www.hoteles−catalonia.com, Tel. 0034 / 932191204, Doppelzimmer ab 45 Euro).
19 Uhr: Mit der klimatisierten U−Bahn nur vier Stationen zurück in die Innenstadt. Im La−Ribera−Viertel (U−Bahn−Station Jaume I) in einer Taberna Tapas essen, zum Beispiel auf der Placa de Jacint leventÃs. Das Viertel ist grandios und schließt sich an das Barri GÃtic an. Dort sind die Gassen verwinkelt und düster, es gibt tolle Cafés, kleine Designerläden, Galerien, schöne Konfiserien und mittendrin das Picasso−Museum. Diese Ecke, in der Nähe des Meeres, ist der schönste Teil Barcelonas.
Dienstag, 9 Uhr: Der geplante Spaziergang im Parc Güell fällt aus: Es schüttet. Also mit der Metro in die Stadt, an der Plaça del Angels am Rand des gothischen Viertels einen Kaffee trinken. Mit Schirm zur Basilica De Santa Maria de Lar Mar (gilt als schönste Gothik−Kirche, 9 bis 13.30 und 16.30 bis 20 Uhr, und ist sehenswerter als die Haupt−Kathedrale der Stadt, vor der Bettler auf Touristen warten). Dann in der Carrer de La Portoferrissa einkaufen.
12 Uhr: In Richtung Meer laufen und über die Holzbrücke zum Maremagnum−Einkaufszentrum. Das Gebäude sieht toll aus, lohnenswerte ist aber vor allem der Gang über die Brücke: Die schwankt so, dass man glaubt, auf einer Yacht mitten auf dem Meer zu stehen.
13 Uhr: Der Regen hat nachgelassen. Ab zur Strandpromenade (etwas längerer Fußweg, die Metro−Haltestelle, die dem Meer am nächsten liegt, heißt Barceloneta). Bei herbstlichem Wind im Strandcafé Kaffee trinken (zum Beispiel im El Chiringuito, 9 bis 24 Uhr) und das Meeresrauschen genießen. Spanier liegen sogar in Badebekleidung im Sand − die scheinen sehr abgehärtet zu sein. Unbedingt eine Waffel essen (2,30 Euro), die es an den Strandbuden gibt. Schmecken wie Mandelmutzen und riechen toll.
17 Uhr: Zu Fuß zurück durch das Barri Gòtic in Richtung Rambla. Das ist so etwas wie die Champs Elysées Barcelonas: Im oberen Bereich teure Geschäfte, in Richtung Strand viele Fast−Food−Lokale und Hostals. Die angeblich schönste Einkaufstraße Europas lohnt sich nicht wirklich, führt aber zu den GaudÃ− Häusern, die man im Vorbeigehen anschauen kann. In den Vierteln, die auf der unteren Rambla linker Hand liegen (Barri Xinès) stehen schon mittags Damen am Straßenrand. Aus den Fenstern hängt Wäsche, Kinder rennen umher. Rotlichtmilieu stellt man sich irgendwie anders vor.
21 Uhr: Nach dem Abendessen noch einmal kurz ans Meer, die frische Luft genießen. Plötzlich kracht ein Gewitter samt Platzregen los. Es wird bis 5 Uhr morgens nicht mehr aufhören − und dafür verantwortlich sein, dass die Ryanair−Maschine nach Weeze am nächsten Tag mit einer Stunde Verspätung abhebt.
Mittwoch, 8 Uhr: Am Nordbahnhof fährt der Bus ab, der Weeze−Passagiere mit Zeitpuffer zum Airport nach Girona bringt (Haltestellen 27 und 28).
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