Kevelaer: Ankommen und Abreisen
VON ANJA SETTNIK - zuletzt aktualisiert: 03.02.2009Kevelaer (RPO). Verkehrsminister Oliver Wittke eröffnete gestern Kevelaers komplett umgebauten Bahnhof.
Fünf Millionen Euro flossen in Gebäude, Vorplatz, Abstellplätze, Gleise, Bahnsteige und Rampenbrücke.Ein Bahnhof ist nie bloß ein nützliches Gebäude, sondern immer auch ein Ort der Kommunikation und der Begegnung. In Kevelaer, scheint's, ist er noch viel mehr: Zwischenziel vieler Pilger etwa. Die kommen heute zwar nicht mehr in so großer Anzahl per Bahn, dass man sie in einer Pilgerhalle aufnehmen müsste, aber für die Erwähnung in einigen Wortbeiträgen reichte es noch.
Mit "Herz und Hand" gearbeitet
Verkehrsminister Oliver Wittke, Bürgermeister Axel Stibi, Reiner Latsch von der Deutschen Bahn und Thomas Lennertz von der BahnflächenEntwicklungsGesellschaft Nordrhein-Westfalen weihten gestern Kevelaers umgebauten Bahnhof ein. Mit Hilfe der Geistlichkeit, vertreten durch Dechant Alois van Doornick und die evangelische Kollegin Pfarrerin Karin Dembek, versteht sich.
Die Kosten
Der Umbau ist Teil der Modernisierungsoffensive für Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen. Insgesamt wurden fünf Millionen Euro ausgegeben. 1,9 Millionen investierte die Stadt in Gebäude, Vorplatz und Abstellflächen, wobei das Land diese Maßnahme mit 1,13 Millionen förderte. Eigenmittel in Höhe von 710 000 Euro nutzte die Stadt für weiteren Parkraum. Bahnsteige und Brücke (2,4 Millionen Euro) finanzierten zum größten Teil Land und Bahn.
Als etwas ganz Besonderes schätzt Stibi den Bahnhof seiner Stadt ein. Er betonte vor Kollegen aus Rat und Veraltung, dass an dem Gemeinschaftsprojekt viele Menschen "mit Herz und Hand" gearbeitet hätten.
Ergebnis sei eine gelungene Visitenkarte der Stadt, die auch Radfahrern und Autofahrern deutliche Verbesserungen böte. Zweiräder können von schlicht bis komfortabel untergebracht werden (RP berichtete), für Auto-Pendler gibt's zahlreiche Park & Ride-Plätze. In einem großzügigen Kiosk ("Train Stop") können sich die Reisenden mit Stärkungen und Zeitschriften versorgen.
Minister Wittke verwies darauf, dass nicht nur der Bahnhof selbst, sondern auch sein Umfeld in Ordnung gebracht worden sei. Bahnhofsentwicklung sei auch Stadtentwicklung.
Wittkes gute Nachricht
Im Gepäck hatte der Politiker noch ein anderes Versprechen, auf dessen Realisierung die Kevelaerer schon lange warten: "Ich kann Ihnen ankündigen, dass noch in diesem Jahr Beginn zum Planfeststellungsverfahren für die B 67 n sein wird. Damit kommt der Verkehr raus aus der Innenstadt, und Kevelaer wird verkehrlich besser erschlossen", betonte Wittke, der auch eine rasche Umsetzung des Projekts zusagte.
Dechant van Doornick betonte, es gehe bei der Handlung, zu der er gleich schreite, nicht um die Segnung von Steinen und Glas, sondern um die Menschen, die hier gemeinsam gewirkt hätten. Gott möge diejenigen, die den Bahnhof nutzten, zu Rücksicht und Hilfsbereitschaft ermuntern und vor Gefahr bewahren. Pfarrerin Karin Dembek ergänzte, sie wünsche sich, dass Menschen am Kevelaerer Bahnhof gerne ankämen, sich fröhlich auf den Weg machten, Bekannte träfen und mit Fremden ins Gespräch kämen. Nach den Reden und der Segnung gab's Häppchen, angeboten durch junge Leute von SOS Ausbildung und Beschäftigung.
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