Kevelaer: Ansturm auf Kevelaerer Tafel
VON ANJA SETTNIK - zuletzt aktualisiert: 13.12.2011Kevelaer (RP). Obwohl die Anzahl der Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften sich kaum geändert hat, decken sich mehr Bedürftige als früher mit gespendeten Lebensmitteln ein. Etwa 300 Kevelaerer verlassen sich jede Woche auf die Zuwendung.
In den Wochen vor Weihnachten denken viele Menschen an Bedürftige – an solche in fernen Ländern ebenso wie an diejenigen, die unter uns leben. Zum Glück ist das so, findet Fred Binn, der Vorsitzende der Kevelaerer Tafel. Aber er gibt auch zu, dass die Not zu anderen Jahreszeiten ebenso groß ist. Und so schön es ist, wenn in der Adventszeit Päckchen gepackt werden: Binn kennt viele Menschen, die ohne die Tafel kaum genug zu essen hätten.
"Die Nachfrage wird nicht weniger", sagt der engagierte Kevelaerer und meint damit, dass immer mehr Menschen zur Lebensmittelausgabe hinter der Bürgerbegegnungsstätte kommen. Zwar ist nach Auskunft von Marc Buchholz, dem Sozialdezernenten der Stadt, die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften gegenüber den Vorjahren kaum verändert, aber die Akzeptanz solcher Einrichtungen, wie die Tafel eine ist, steigt. "Die jüngste Statistik vom 16. November weist für Kevelaer 672 Bedarfsgemeinschaften aus", sagt Buchholz. 210 stehen auf der Empfängerliste der Tafel, etwa 120 von ihnen kommen regelmäßig. "Und an denen hängen ja meist noch Familienmitglieder dran", sagt Binn.
Aktion Sterntaler
Gemeinsam mit dem SkF und Rewe nimmt die Tafel auch an der Aktion "Sterntaler" teil. Rewe-Kunden erfüllen dabei bedürftigen Kindern Wünsche, mit denen die eigenen Eltern überfordert wären. Mindestens 60 Kinder werden mit den Präsenten bedacht. Anmeldekarten lagen im Supermarkt, bei der Tafel und im SkF-Second-Hand-Laden aus.
Rund 300 Menschen in Kevelaer lassen sich jede Woche mit Lebensmitteln beschenken. Dienstags und donnerstags ist Ausgabe (jeder auf der Liste hat seinen festen Tag). "Unsere Frauen haben das so im Griff, dass alle etwas bekommen. Es kann aber passieren, dass jemand zu spät kommt und weggeschickt werden muss, denn die Regale sind am Ende des Ausgabetages leer", weiß Binn. Er ist froh, dass die Hilfeempfänger – "von seltenen Ausnahmen abgesehen" – meist gut miteinander harmonieren. Für die Fälle, in denen die Wartenden vielleicht doch mal unfreundlich werden, ist es gut, "dass immer jemand von uns Männern dabei ist". 45 Ehrenamtler machen bei der Kevelaerer Tafel mit: Die Männer holen viermal in der Woche in Teams die Lebensmittel von den Geschäften ab, die Frauen sortieren und geben aus.
Bedacht werden nur diejenigen, die ihre Karte vorzeigen können. Derzeit sind neben frischen und gehaltvollen Lebensmitteln vermehrt Süßigkeiten dabei – manchmal von Kindergärten oder Schulklassen gespendet. Die Geschenkpäckchen sind für Weihnachten reserviert. KOMMENTAR
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