Kevelaer: Asylbewerber: lebhafte Debatte
VON STEFAN GILSBACH - zuletzt aktualisiert: 19.03.2009Kevelaer (RPO). Die geplante Unterbringung von bis zu 30 Asylbewebern in der "Alten Molkerei" war gestern Thema einer Bürgerversammlung in Winnekendonk. Herbe Kritk gab es vor allem an der Informationspolitik der Stadt.
Winnekendonk Keinen leichten Stand hatte Bürgermeister Axel Stibi (CDU) gestern Abend bei der Bürgerversammlung in Winnekendonk. Anwohner der "Alten Molkerei" hatten zu der Veranstaltung eingeladen. In dem Gebäude sollen bald die Kevelaerer Asylbewerber untergebracht werden. Herbe Kritik musste Stibi vor allem für die Informationspolitik der Stadt einstecken – viele Bürger fühlten sich vor vollendete Tatsachen gestellt.
Stibi: ein emotionales Thema
"Das ist ein hochgradig emotionales Thema", verteidigte sich der Bürgermeister. "Deshalb habe ich mich bewusst für den nicht-öffentlichen Weg entschieden." Es gehe darum, eine "überbordende Emotionalisierung" vermeiden.
Dass diese Befürchtung nicht ganz unbegründet war, zeigte sich, als eine Zuhörerin erklärte, bei "Ausländern im Ort" müsse man "Angst um die Kinder" haben. Die meisten Anwesenden reagierten auf diese Bemerkung allerdings entrüstet. Zu Beginn hatten die Initiatoren des Abends klar gestellt, dass es nicht um Ausländerfeindlichkeit gehe. Sorgen machten sich die Nachbarn um die große Zahl (bis zu 30 Personen), die in dem Gebäude untergebracht werden sollen. Weder das Haus noch das Umfeld seien dafür geeignet.
Ein Bürger gab zu, dass sich manche Winnekendonker auch Sorgen über eine mögliche Wertminderung ihrer Grundstücke machten. Die Ortschaft habe schließlich schon unter der Flugschneise des Airports Weeze gelitten.
Axel Stibi versuchte, die Befürchtungen der Bürger abzubauen. Es gebe zwar 29 gemeldete Asylbewerberin Kevelaer, faktisch hielten sich im Heim in Schravelen zurzeit nur 15 Personen auf. Das wäre exakt die Zahl, die in den Augen der Anwohner eine akzeptable Obergrenze für die "Alte Molkerei" ist. Wie sich die Zahl der Bewohner entwickeln wird, sei schwer zu prognostizieren. "Die Zahlen sind im Fluss", sagte Stibi. Mehr als 30 Menschen würden auf keinen Fall in dem Gebäude untergebracht. Das Objekt werde für fünf Jahre angemietet.
Gereizt reagierte Stibi, als sich Vertreter anderer Fraktionen an der Diskussion beteiligen wollten. Auf eine Anfrage von KBV-Ratsherr Karl Renard erklärte er, die Veranstaltung solle nicht als "politischer Schaulauf" missbraucht werden. Was FDP-Fraktionschef Klaus Sadowski nicht daran hinderte, anzumerken: "Hätte man früh genug informiert, gäbe es jetzt nicht eine so krasse Reaktion." Ortsvorsteher Hansgerd Kronenberg appellierte an die Bürger, die Asylbewerber ins Leben der Ortschaft zu integrieren. Dies zeige christliche Gesinnung.
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