Kreis Kleve: Bald per Zug zum Flug?
VON PETER JANSSEN, JÜRGEN LOOSEN UND STEFAN GILSBACH - zuletzt aktualisiert: 16.05.2009Kreis Kleve (RPO). Jahrelang war die Reaktivierung der Bahnstrecke Kleve – Nimwegen ein Traum. Nun gibt die niederländische Gemeinde Groesbeek ihre Blockadehaltung auf. Das könnte auch Folgen für den Airport haben.
Das Thema Reaktivierung der Bahnstrecke Kleve – Nimwegen erfährt eine überraschende Wendung. Bislang waren alle Versuche, die Strecke wieder in Betrieb zu nehmen, spätestens in der niederländischen Gemeinde Groesbeek beendet. Doch auch Groesbeek scheint nun der Meinung zu sein, dass die Strecke wieder sinnvoll ist (die RP berichtete).
Airport reagiert zurückhaltend
Eher zurückhaltend auf die Neuigkeiten aus dem Nachbarland reagiert man beim Airport Weeze. "Mir scheint, dieses Thema wird derzeit auf niederländischer Seite intensiver diskutiert als auf deutscher", sagt Geschäftsführer Ludger van Bebber gestern der Rheinischen Post. Grundsätzlich sei es sicher zu begrüßen, wenn Fahrgäste "von beiden Seiten" anreisen oder gar eine Direktverbindung zum Airport nutzen könnten.
Straße und Schiene
Die "light rail" ist eine Zugedition, die sowohl auf Straßenbahn-, als auch auf Eisenbahnschienen fahren kann. Dadurch werden Stadt- mit Überlandfahrten gepaart. Sie ist mit einer geringeren Kapazität als Eisen- und U-Bahnen ausgestattet, jedoch schneller (bis 120 km/h)und geräumiger als die typische Straßenbahn. "light" steht für das niedrige Gewicht, das ein schnelleres Fahren gewährleistet.
"Doch es geht ja nicht nur um die Hardware, also die Gleise", sagt van Bebber. Solange Züge fehlten, die eine Ankunft oder Abfahrt frühmorgens oder spätabends ermöglichten, bleibe die Erreichbarkeit des Airports durch den Nahverkehr ein Problem. "Bislang habe ich auch noch keine Pläne für ein solches Konzept gesehen", sagt der Airport-Chef. "Und ich frage mich natürlich, wie diese Bahnstrecke durch Kleve verlaufen soll."
Kleves stellvertretender Bürgermeister Artur Leenders kennt die Gründe für die bisherige Blockadehaltung: "Die sind immer davon ausgegangen, dass der Güterverkehr mitten durch den Stadtkern rollt und die Ortschaft spaltet."
Kleves Bürgermeister Theo Brauer meint, die Entwicklung sei grundsätzlich zu begrüßen, "wenn die Finanzierung steht", wobei auch Brauer wie Steins den genannten Kosten von 15 Millionen eher skeptisch gegenüber steht, "da ich auch noch nichts Konkretes kenne". Dass auf die Stadt Kleve wegen der längst abgebauten Schienenstrecke der Stadt hohe Kosten zukämen, verneint der Bürgermeister: "Das ist problemlos in den alten Zustand zurück zu versetzen. Zum Beispiel könnte man da auch einen Schranken-Übergang schaffen". Erst einmal gehe er aber davon aus, die Draisinenstrecke noch länger touristisch nutzen zu können.
"Werden keinen Euro ausgeben"
"An uns soll das nicht scheitern", sagte Kranenburgs Bürgermeister Günter Steins gestern. Einziger, wenn auch nicht unbedeutender Einwand vom Verwaltungschef der Grenzgemeinde: "Nur sind wir nicht bereit, dafür auch nur einen Euro auszugeben." Man habe in Kranenburg eine funktionierende Buslinie 58 und eine weniger funktionierende 55.
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