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Weeze: Bald Verbot für Dauerparker

VON ANJA SETTNIK - zuletzt aktualisiert: 03.08.2010

Weeze (RPO). Nicht nur in Wohngebieten stellen Auswärtige ihre Fahrzeuge ab, um sich die Parkgebühren am Airport Weeze sparen zu können. Auch eine Fläche am Weezer Bahnhof haben internationale Sparfüchse für sich entdeckt.

Autos aus dem Ausland und aus entfernten Städten parken auf dem Schotter-Platz neben dem Jugendzentrum "Wellenbrecher" – vermutlich Flughafenbesucher, die das Geld fürs Langzeitparken sparen wollen.  Foto: RPO
Autos aus dem Ausland und aus entfernten Städten parken auf dem Schotter-Platz neben dem Jugendzentrum "Wellenbrecher" – vermutlich Flughafenbesucher, die das Geld fürs Langzeitparken sparen wollen. Foto: RPO

Die Nummernschilder sind verdächtig. Wo Menschen aus Aachen, Köln, Düsseldorf, aus dem Westerwald und mehreren Nachbarländern parken, ist es unwahrscheinlich, dass sie alle wegen eines Verwandten- oder Tierparkbesuchs in Weeze sind. Insbesondere, wenn man weiß, dass 30 Meter weiter die Bushaltestelle liegt, von der aus die NIAG stündlich zum Niederrhein-Flughafen fährt. Der große Schotter-Parkplatz zwischen Weezer Bahnhof und Jugendheim "Wellenbrecher" ist bei Flugreisenden beleibt. Hier kostet das Langzeitparken nämlich nichts.

Wichtiges "Randgeschäft"

Info

Fläche der Gemeinde

Bei dem Schotterplatz handelt es sich um keinen Parkplatz, sondern um eine Privatfläche der Gemeinde, auf der eines Tages (wenn Geld da ist) das Bürgerhaus realisiert werden soll.

Info-Schilder sind zwar derzeit keine vorhanden, erwünscht ist das Parken dort jedoch nicht. Heinz-Günter Schmidt-Herzog, Vertreter des Bürgermeisters, kündigt für die nahe Zukunft Verbotsschilder an.

Das kann dem Flughafenbetreiber nicht recht sein, schließlich lebt der Airport Weeze zu einem guten Teil von Einnahmen, die mit dem Flugbetrieb eher am Rande zu tun haben – zum Beispiel vom Parken. Um den Flughafen auf wirtschaftlich gesunde Füße zu stellen, ist es nötig, dass die Flughafengesellschaft möglichst viel Geld selbst verdient, also die "Randgeschäfte" nicht Dritten überlässt. Das betont Airport-Geschäftsführer Ludger van Bebber immer wieder.

Auch der Sprecher des Flughafens, Holger Terhorst, betont, dass das "wilde Parken" schon ein Problem sei. Für die Kommunen oder die Anwohner, die sich an den auswärtigen Langzeitparkern stören, aber natürlich auch, weil dem Airport Geld entgehe. "Wir bieten ausreichend Parkraum zu günstigen Konditionen. Es sollte nicht nötig sein, während seiner Reise das Fahrzeug außerhalb abzustellen." In Köln habe er bemerkt, dass die Stadt in der Umgebung des Flughafens weiträumig "Anwohnerparken" eingeräumt habe. Dann können Auswärtige ihre Autos nicht mehr parken, ohne dass sie mit einem stattlichen "Knöllchen" rechnen müssen.

Im Raum Weeze trat das Problem bisher vorwiegend in Wemb auf. Dort stellen viele Fluggäste ihre Wagen am Straßenrand ab und verärgern damit die Wember. Die finden manchmal kaum Platz fürs eigene Auto oder sorgen sich, weil sie Fußgänger und Radfahrer gefährdet sehen: Wo viele Autos am Straßenrand parken, ist es unsicherer, eine Straße zu überqueren oder aus einer Garagenausfahrt zu fahren.

Philip Ganser aus Aaachen und seine schwedische Freundin nutzen den Bus ab Weeze zum Airport, ohne irgendwen zu verstimmen. Die beiden sind in Aachen in den Zug gestiegen, über Krefeld nach Weeze gefahren (24,10 Euro pro Person und Fahrt) und haben sich dann mit ihren Koffern an die Bushaltestelle begeben. Zwei Stunden später heben sie ab nach Bergamo, um italienische Sonne zu genießen.

Quelle: RP

 
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