Kevelaer: „Ich sing’ nicht gern im Radio“
VON STEFAN GILSBACH - zuletzt aktualisiert: 07.06.2007Kevelaer (RPO). Regionalbischof Heinrich Janssen zelebriert heute eine Fronleichnams-Messe in Kevelaer, die von WDR 5 und Deutschlandfunk übertragen wird. Mit Radio und Fernsehen hat der Bischof Erfahrung – manchmal kuriose.
Dass er an Fronleichnam eine Messe zelebriert, ist für Heinrich Janssen nichts Ungewöhnliches. Doch wenn der Weihbischof heute an den Altar des Kevelaerer Klarissenklosters tritt, sind nicht nur die Gläubigen in der Kapelle dabei. Die Messe wird von WDR 5 und vom Deutschlandfunk in zahllose Haushalte übertragen.
Trotz der Mikrophone im Kirchenraum hat Bischof Janssen kein Lampenfieber. „Man vergisst mit der Zeit, dass die Leute im Radio mithören“, sagt er. Zudem habe er mit solchen Übertragungen schon Erfahrung. „Allerdings habe ich mir für alle Fälle noch einmal den Text der Präfation durchgelesen“, gesteht er. Gemeint ist der Gesang nach der Gabenbereitung. Im Rundfunk zu singen, das mache er nicht so gerne, sagt der Regionalbischof und lacht.
Ab 10 Uhr live im Radio
Die Messe zu Fronleichnam mit Weihbischof Heinrich Janssen wird heute ab 10 Uhr live aus der Kapelle des Kevelaerer Klarissenklostersvom Westdeutschen Rundfunk (WDR 5) und vom Deutschlandfunk übertragen. Der Regionalbischof hält auch die Predigt. Die musikalische Leitung hat der Kevelaerer Basilikaorganist Elmar Lehnen.
Etwas nervöser im TV
Auch vor Fernsehkameras hat der in Xanten residierende Regionalbischof schon mehrmals die Heilige Messe gefeiert, unter anderem in Kalkar und im bayrischen Dachau. „Ich gebe zu, dass ich dann etwas nervöser bin“, sagt der Geistliche.
In der Marienbasilika seiner Heimatstadt Kevelaer zelebrierte er der Bischof vor einigen Jahren für das ZDF einen Weihnachtsgottesdienst. Dabei bekam er unfreiwillig zu spüren, dass das Live-Fernsehen seine eigenen Gesetze hat. „Mir wurde kurz vor der Übertragung mitgeteilt, dass die Chorpartien länger seien als erwartet. Ich müsse also meine Predigt kürzen.“ Janssen improvisierte und ließ einfach einen Teil seiner Ansprache weg. Offensichtlich fiel die Lücke den Gläubigen nicht auf.
Wink von der Regie
Es komme gelegentlich vor, dass bei einer Übertragung die Austeilung der Kommunion abgekürzt werden müsse, erzählt der Regionalbischof. „Dann gibt mir jemand von der Regie ein Zeichen. In dem Fall beende ich die Messe und fahre mit dem Austeilen der Kommunion anschließend fort.“
Ansonsten sei die Zusammenarbeit mit den Rundfunkanstalten problemlos. „Man wird lediglich gebeten, seine Predigt vorher einzureichen – wegen der Länge.“ Die kirchliche Leitung der heutigen Messe wird Domkapitular Christoph Hegge haben. „Er sitzt auch im Ü-Wagen.“ Hat er eigentlich von den Rundfunkanstalten Mittschnitte der Messen erhalten. „Ja, die gibt es“, sagt Janssen. „Aber ich habe sie mir noch nie angesehen.“
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum


