Weeze: Besuch beim Wollschwein
VON BIANCA MOKWA - zuletzt aktualisiert: 10.02.2012Weeze (RP). Die Wasserversorgung im Weezer Tierpark ist bei Minustemperaturen zeitaufwendiger. Die Bewohner sind auf die Kälte eingestellt. Fremdgefüttert sollte immer nur mit der Nahrung aus den aufgestellten Automaten.
Dicht gedrängt sitzen die beiden schwarzen Schwäne in einer kleinen Pfütze. Erst vor einigen Minuten hat Theo Erretkamps, Betreuer im Weezer Tierpark, das Eisloch mit einer Spitzhacke aufgehauen. Zwei Mal am Tag macht er das. Neben der kleinen, aber feinen Möglichkeit für das Schwanenpaar zu schwimmen erfüllt die freie Fläche einen wichtigen Zweck. Die Wasserstelle wird nicht nur von den Enten und Gänsen im Gehege zum Trinken genutzt, sondern auch von Amseln und Dohlen, die frei herumfliegen.
Die Wasserversorgung der anderen Tiere im Park ist weitaus mühevoller. Bis auf eine Leitung sind alle anderen zugefrorenen. In große Kanister und Gießkannen wird Wasser abgefüllt und in die einzelnen Gehege gebracht. Auf eine Stunde schätzt Erretkamps die Mehrarbeit, die die tiefen Temperaturen mit sich bringen.
Der Förderverein
Seit 2004 gibt es den Förderverein des Tierparks Weeze. Wer die Arbeit unterstützen will, kann sich an Klaus Immel, Tel. 02837 1803, oder Heinz Hönnekes, Tel. 02837 7453, wenden. Der Förderverein übernimmt nicht nur die Pflege, sondern sorgt sich auch um das Inventar. Der Eintritt in den Tierpark an der B9 ist kostenlos. Er hat rund um die Uhr geöffnet, bestimmte Bereiche schließen bei Dunkelheit.
Dass die Tiere frieren, das braucht hingegen keiner zu fürchten. "Oft schließen die Menschen von sich auf die Tiere", sagt Heinz Hönnekes vom Förderverein des Tierparks. Aber einerseits sind im Tierpark nur heimische Tiere, andererseits haben sie sich das ganze Jahr an den Wechsel der Jahreszeiten zu gewöhnen. "Alle Tiere mit Fell bekommen ein entsprechendes Winterfell", erklärt Josef Böhling, ehemals Förster von Schloss Wissen und jetzt im Ruhestand. "Die Schafe liegen sogar nachts draußen, statt sich in den Unterstand zurückzuziehen", schildert Erretkamps seine Beobachtungen.
Eine Extraportion Stroh sorgt bei den Hirschen dann doch für eine weichere Unterlage als der hart gefrorene Boden. Den haben die Schweine in ihrem Areal schon gut mit ihrem Rüssel bearbeitet. Wildschwein Shakira und das noch namenlose Wollschwein sind Neuzugänge im Tierpark. Beide Weibchen verstehen sich prächtig, weil sie zusammen aufgewachsen sind. "Kuscheln im dick mit Stroh ausgestreutem Haus finden die beiden prima, ist aber kein Muss", sagt Förster Böhling. Auch Hirsche und Rinder könnten problemlos Temperaturen bis Minus 40 Grad aushalten.
Die einzigen, die sich zurzeit nur selten blicken lassen, sind die drei Eichhörnchen. "Die halten Winterruhe", sagt Böhling. Nur ab und zu verlassen sie ihre Nester, um zu fressen. Anders als ihre Kollegen in der Wildnis brauchen sie aber nicht lange zu suchen. Walnüsse, Sonnenblumenkerne und Co. stehen in Schälchen bereit. Für die gefiederten Tiere gibt es Körner, Hirsche und Ponys freuen sich über Heu oder Trockenschnitzel aus Zuckerrüben.
"Bloß kein altes Brot und keine Obst- und Gemüseabfälle", warnen die Experten vor falscher Fütterung. "Was der Mensch nicht mehr essen möchte, ist auch nichts für die Tiere", so Hönnekes. Im Park hängen Automaten mit Futter, das extra für die Tiere ist. "Was sie weniger bekommen, weil vielleicht nicht ganz so viele Besucher bei den Temperaturen durch den Tierpark spazieren, wird natürlich bei der täglichen Fütterung ausgeglichen", sagt das Mitglied des Fördervereins.
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