Kevelaer: Das Azubi-Casting
VON SEBASTIAN DALKOWSKI - zuletzt aktualisiert: 30.01.2010Kevelaer (RPO). Bewerbung einmal anders: Eine Krankenkasse sucht für 30 Handwerksbetriebe 30 Auszubildende – mit einem mehrstufigen Casting. Schüler der Gesamtschule Mittelkreis in Goch lernten jetzt mehr über das Projekt.
Goch Eines betont Doro Schostok vor den Gesamtschülern immer wieder: Die "soft skills" seien wichtig, also die weichen Fähigkeiten. Sie und ihre zwei Kolleginnen sind an diesem Tag im Auftrag der Innungskrankenkasse (IKK) Nordrhein zur Gesamtschule Mittelkreis gefahren, um das Projekt "Azubi-Casting" vorzustellen. 13 Schüler sitzen an diesem Donnerstagvormittag in einem Klassenraum der Gesamtschule. Die Präsentation beginnt mit zehnminütiger Verspätung – die Drei haben es nicht rechtzeitig geschafft. Rasch bauen sie den Beamer auf, dann legt Doro Schostok los und erklärt die Aktion.
Mitmachen
Casting Wer Interesse hat, kann sich auf der Website des Azubi-Castings anmelden. Die Tests in der ersten Runde werden Anfang April freigeschaltet.
Finale Die Endrunde ist im Juli in Aachen, Köln und Düsseldorf.
Internet Teilnahme und weitere Infos unter
Prüfungen im Internet
Das Azubi-Casting richtet sich an Zehntklässler, die nach diesem Schuljahr eine Ausbildung anstreben, aber noch nicht wissen, was sie eigentlich werden wollen, oder die noch keinen Ausbildungsplatz haben. Sie haben die Chance, einen von 30 Ausbildungsplätzen zu bekommen, die 30 Betriebe zur Verfügung gestellt haben. Das Casting funktioniert so: Schüler im IKK Bezirk Nordrhein können sich online anmelden. Bis April haben sie die Möglichkeit, im Internet zu üben, dann beginnt das Casting – ebenfalls online. Los geht es mit einer 15-minütigen Prüfung. Bei der müssen die Schüler beweisen, was sie in Sachen Mathematik, Sprache und Logik draufhaben. Wer dabei überzeugt, kommt in den Recall, in Anlehnung an die Sendung "Deutschland sucht den Superstar", darf also in der zweiten Runde antreten. Dort werden, erneut im Internet, die sozialen Fähigkeiten der Teilnehmer getestet, 30 Minuten lang. Danach wählt die IKK in Abstimmung mit den Betrieben 90 Jugendliche aus und lädt sie zum Finale ein. Dort kämpfen sie um 30 Ausbildungsplätze. Welche Plätze das sind, erfahren die Schüler aber erst kurz vor der ersten Casting-Runde, auf jeden Fall sind es allesamt Handwerksberufe. "Wir geben Euch eine neue Chance", sagt Schostok zu den Schülern. "Dabei sind nicht Eure Noten wichtig, sondern was Ihr im Casting leistet."
Schulbotschafter
Insgesamt 350 Schulen werden die so genannten Schulbotschafter besuchen, um das Projekt vorzustellen. Am 24. Februar sind sie in Geldern an der Geschwister-Scholl-Schule. Wer beim Casting leer ausgeht oder nicht teilnehmen möchte, für den hat IKK eine Online-Azubi-Börse eingerichtet.
Viele Gesamtschüler sind überzeugt vom Vortrag. "Ich werde am Casting teilnehmen", sagt der 17-jährige Max Walkowiak. Er will am liebsten Zweiradmechaniker werden. Auch seine Tischnachbarn wollen dabei sein. Sibylle Waber, an der Gesamtschule verantwortlich für die Jahrgänge 8,9 und 10, hat den Besuch der IKK organisiert. Sie ist ebenfalls zufrieden mit der Vorstellung des Projekts: "Es ist wichtig, dass die Schüler nicht nur Impulse von Eltern und Lehrern bekommen. Allerdings sind 30 Ausbildungsplätze natürlich wenig."
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