Weeze: „Das ist ein super Tag!“
VON ULLI TÜCKMANTEL - zuletzt aktualisiert: 04.06.2007Weeze (RPO). Flamenco auf dem Vorfeld, zwei Tage Party im Terminal, Ansturm auf günstige Flugtickets und ein glücklicher Herman Buurman: Seit gestern ist Weeze offiziell die dritte Ryanair-Basis in Deutschland.
Das ganz prominente Foto blieb der Folklore-Formation „Un encuentro con Flamenco“ verwehrt: NRW-Finanzminster Dr. Helmut Linssen, bei den Arnold-Janssen-Tagen in Goch länger aufgehalten als geplant, verpasste gestern Mittag die Begrüßung des Ryanair-Fluges FR 6212 aus Alicante, mit dem die Ryanair-Basis Weeze offiziell eröffnet wurde, um wenige Minuten und sah vom Terminal aus zu.
Beispielhaftes Unternehmertum
Flughafen-Geschäftsführer Ludger van Bebber dankte neben Ryanair vor allem Herman Buurman, der weiter (fast) Alleineigentümer des Airports ist, für sein mutiges und beispielhaftes Unternehmertum am Airport. Van Bebber schenkte Buurman passend zur Airport-Entwicklung der vergangenen Jahre ein kleines Kunstwerk aus lauter wirr ineinander verkeilten Mikadostäbchen.
Neue Ziele laufen gut
Den heftigsten Ansturm verzeichnete Ryanair gestern auf die Günstig-Tickets für die neuen spanischen Flugziele und Marrakesch. Insgesamt werden derzeit zehn Ziele von Ryanair ab Weeze angeboten, acht weitere kommen ab Oktober dazu. Mit der gestrigen Basis-Eröffnung hat sich die Zahl der täglichen Starts und Landungen auf über 20 erhöht.
Mit der Ryanair-Entscheidung, Weeze zur Basis zu machen und bereits im Oktober zwei weitere Maschinen zu stationieren (die RP berichtete mehrfach), geht der Airport nach vielen Minus-Jahren nun auch wirtschaftlich langsam auf Erfolgskurs. „Das ist ein super Tag“, sagte Buurman der Rheinischen Post.
„Es wäre schlimm gewesen, wenn dieser Flughafen hätte schließen müssen“, sagte der spanische Generalkonsul Jacobo Gonzalez-Arnao, der zur Begrüßung des Alicante-Flugs angereist war, Bürgermeister Ulrich Francken und Hubertina Croonenbroek, die Landrat Wolfgang Spreen vertrat. An dem Empfang zur Basis-Eröffnung nahmen auch etliche Bürgermeister aus dem Kreis sowie Finanzstaatssekretärin Dr. Barbara Hendricks teil.
Die vom Airport erwartete Besucherzahl wurde mit 20 000 an den beiden Tagen mehr als erreicht. Der Reisemarkt, bei dem einige Airport-Büros gleich die Umsätze mehrerer Monate an einem Wochenende machten, zog etliche Besucher auch aus den umliegenden Kreisen, den Niederlanden sowie Düsseldorf, Neuss und dem Ruhrgebiet an.
Neue Airport-Zeitung kam gut an
Lange Schlangen bildeten sich vor dem Ryanair-Schalter, wo es Flüge inklusive aller Gebühren für fünf und zehn Euro gab. Auf großes Interesse stieß die erstmals zur Basis-Eröffnung erschienen Flughafen-Zeitung namens „Airmail“, die bereits am Freitag der Rheinischen Post beilag und zusätzlich an mehr als 400 000 Haushalte am Niederrhein und in den Niederlanden verteilt wurde.
Ganz besondere Ausgaben der Rheinischen Post gab es vor dem Reisemarkt: Für 2,50 Euro konnten Leser ihr Bild auf eine Titelseite der Rheinischen Post drucken lassen und sofort mitnehmen. „Ich habe irgendwann aufgehört, zu zahlen, die Aktion kommt absolut positiv an“, so RP-Mitarbeiter Christoph Drüke.
Auf der großen Terminal-Bühne von Antenne Niederrhein und RP, von der gestern auch live gesendet wurde, moderierte sich Dirk Elfgen sich fast die Stimme heiser und staunte über den Besucheransturm: „Unglaublich, wie versessen die Leute auf’s Verreisen sind.“
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