Kevelaer: Das Mosaik soll wieder strahlen
VON FABIAN VIDACEK - zuletzt aktualisiert: 11.09.2010Kevelaer (RPO). Über den Fußboden der Gnadenkapelle in Kevelaer laufen seit etwa 114 Jahren Tag für Tag Gläubige, die vor dem Marienbildchen beten wollen. Ihre Schuhe setzen dem Mosaik stark zu – jetzt steht eine Restaurierung an.
Dass etwas passieren muss, ist schon seit Jahren klar. Bereits 2007 trat Pfarrer Zekorn mit den zuständigen Stellen in Kontakt. "Die Restaurierung des Fußbodens in der Gnadenkapelle ist ein längerer Prozess", sagte er der Rheinischen Post. Ein Meilenstein sei die Einigung mit dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege über die Vorgehensweise der Restaurierungsarbeiten gewesen. "Das Amt für Denkmalpflege hat uns sehr gut beraten. Nun steht fest, welche Verfahren angewendet werden können", so Zekorn.
Kostenermittlung
Da man sich noch in der Kostenermittlung befinde, könne noch keine Auskunft darüber gegeben werden, wie teuer das Projekt letztendlich werde und wann genau es umgesetzt werden könne. "Vor dem Frühjahr kann ich wohl noch keine klare Aussage über den Beginn der Arbeiten geben", sagt Zekorn. Liefe jedoch in den kommenden Monaten alles glatt, könnten die Arbeiten nach erfolgreicher Projektvergabe eventuell im Herbst 2011 nach der Wallfahrtszeit beginnen.
Baugeschichte
Die Gnadenkapelle auf dem Kevelaerer Kapellenplatz ist für Pilger und sonstige Besucher der Stadt täglich zugänglich. Errichtet wurde sie 1654 an der Stelle, wo es zuvor schon ein kleines Heiligenhäuschen mit dem Gnadenbild gab. Die künstlerische Ausgestaltung samt Altar, Kunst und Mosaik stammt vom Ende des 19. Jahrhunderts.
Seit 114 Jahren laufen Tag für Tag unzählige Pilger über das Fußbodenmosaik in der Gnadenkapelle. "Im Rheinland gibt es nur noch ganz selten solch einen Mosaikboden", erklärt Christoph Schaab, Restaurator vom Amt für Denkmalpflege. Er erläutert die Vorgehensweise bei solchen Restaurierungen. Als erstes wolle man das erhalten, was ohne großen Aufwand zu erhalten ist. Sind Teile des Bodens beschädigt, folgt die Restaurierung. Gänzlich erneuert werden soll nur das, was mit aufwändigen Restaurierungsarbeiten nicht gerettet werden könne.
So werden etwa vor den Altarstufen leichte Nacharbeitungen nötig sein, um die künstlerische Darstellung der Quelle des lebendigen Wassers, an der sich die Hirsche und Vögel erquicken, zu restaurieren. Anders sieht es bei der Darstellung der "Temperantia" links vom Altar aus. Die Tugend der Mäßigung, dargestellt mit den Zügeln in der Hand auf dem geduldigen und lenksamen Kamel, bedarf einer umfassenden Überarbeitung. Komplett erneuert werden die Mäanderbänder am Eingang.
Die Gnadenkapelle soll während der Arbeiten nicht für längere Zeit geschlossen sein. "Ein paar Tage lang kann man sie vielleicht nicht betreten, doch die hauptsächlichen Arbeiten werden in einer Werkstatt stattfinden", so Pfarrer Zekorn.
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