Kevelaer: Der Marathon-Pater
VON STEFAN GILSBACH - zuletzt aktualisiert: 06.01.2009Kevelaer (RPO). Beim Kevelaer-Marathon ging auch der Duisburger Prämonstratenserbruder Pater Tobias an den Start. Der erfahrene Läufer sammelt damit Sponsorengelder für sein Hilfsprojekt im Norden der Großstadt.
Vorträge und Seminare
Wer sich über Pater Tobias, seine Vorträge und Seminare informieren möchte, kann dies unter www.pater-tobias.de machen. Über das Projekt in Duisburger gibt die Seite www.projekt-lebenswert.de Auskunft. Wer mehr über die Abtei Hamborn wissen möchte, wird unter www.abtei-hamborn.com fündig.
Wer am Wochenende einen drahtigen Herrn mit Schnurrbart unter den Teilnehmern des Kevelaer-Marathons bemerkte, wäre wahrscheinlich nicht auf den Gedanken gekommen, einen Ordensmann vor sich zu haben. Pater Tobias von der Prämonstratenser-Abteil St. Johann in Duisburg-Hamborn ist ein passionierter Läufer. Doch wenn er an den Start geht, dann für einen guten Zweck.
Der vielseitige Pater – er ist Unternehmensberater, organisiert Kulturprogramme und ist seit einigen Wochen Pastor der Gemeinde Herz-Jesu in Neumühl – macht bei seinen Auftritten als Läufer auf Hilfswerke wie die Aktion „LebensWert“ aufmerksam. Mit diesem Projekt im Duisburger Norden hilft er Familien, die in Armut leben, und begleitet Hartz-IV-Empfänger beim neuen Einstieg in den Beruf. Jeder Kilometer, den er läuft, bringt bares Geld von Sponsoren in die Kasse des Hilfswerkes.
In Köln und New York gelaufen
Und der Pater, mit bürgerlichem Namen, Tobias Andreas Breer, ist alles andere als ein Anfänger. Am 2. November lief er den berühmten New York-Marathon in drei Stunden, 52 Minuten und 27 Sekunden. Im Oktober war er bereits beim Köln-Marathon dabei gewesen, dort mit einer neuen persönlichen Bestzeit: drei Stunden, 36 Minuten, 13 Sekunden. Der Marathon in Kevelaer war für den Pater das erste sportliche Ereignis im neuen Jahr. Dabei lief er die Strecke in drei Stunden, 54 Minuten und 29 Sekunden. Für dieses Jahr hat sich der Geistliche gleich fünf Marathonläufe vorgenommen, für 2010 plant er sogar einen 100-Kilometer-Extremlauf in der Schweiz.
„Der Lauf war schon recht anstrengend“, bekannte Pater Tobias gestern. „Ich denke, es lag an den kalten Temperaturen. Die letzten 16 Kilometer musste ich richtig kämpfen.“ Der Gedanke an das Hilfswerk sei aber ein guter Motivator gewesen. Der Lauf habe trotzdem Spaß gemacht. „Es herrschte eine gute, familiäre Atmosphäre. Und die Vorbereitung war super.“ „Anschließend habe ich geduscht und noch die Gnadenkapelle besucht. So oft komme ich leider nicht nach Kevelaer.“
„Mehr Power fürs Leben“
Zum Leistungssport kam der Ordensmann über seine Tätigkeit als Erfolgstrainer. „Alles hat mit einem Seminar für Führungskräfte angefangen“, erklärte er in einem RP-Gespräch. „Dort wollte ich Unternehmern zeigen, wie sie sich mental fit machen können, war aber selbst körperlich nicht in Schuss. Der 45-Jährige beschloss: „Ich will einmal im Leben einen Marathon laufen.“ Der sportliche Ehrgeiz wirkt auch auf die Tätigkeit des Paters als Berater. Er bietet beispielsweise gemeinsam mit der Duisburger Ärztin Heinke Helbig ein Tagesseminar an. Der Titel: „Mehr Power fürs Leben“.
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