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Kevelaer: Die Zukunft selbst gestalten

VON ELLEN SCHLÜTTER UND BIANCA MOKWA - zuletzt aktualisiert: 13.08.2010

Kevelaer (RPO). Die Mobile Redaktion der Rheinischen Post stand in Kervenheim. Mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und vielen Einwohnern sprachen wir über die örtliche Infrastruktur und darüber, was für den Ort getan werden kann.

Klaus Sadowski (l.) wies gegenüber RP-Mitarbeiterin Bianca Mokwa darauf hin, dass es für das Gewerbegebiet potenzieller Bewerber aus dem Ort bedürfe. Foto: RPO
Klaus Sadowski (l.) wies gegenüber RP-Mitarbeiterin Bianca Mokwa darauf hin, dass es für das Gewerbegebiet potenzieller Bewerber aus dem Ort bedürfe. Foto: RPO

"Kervenheim bietet einfach keine Perspektive mehr" – es klang geradezu niederschmetternd, was Ortsvorsteher Ernst Umbach sagte. Die geschlossene Apotheke, die verwaiste Arztpraxis und keine Arbeitsplätze für junge Menschen, all das lasse die Zukunft Kervenheims in einem sehr dunklen Licht erscheinen. Bei der Mobilen Redaktion der Rheinischen Post diskutierten viele Kervenheimer über die örtliche Infrastruktur und machten ihrem Ärger Luft.

"Schlimm für ältere Leute"

"Warum kriegen wir keinen Arzt? Und jetzt fehlt auch noch die Apotheke", nannte Heinz Zimmer zwei Themen, die den Kervenheimern unter den Nägeln brennen. "Für ältere Leute ist das wirklich ganz schlimm", ärgerte sich auch Maria Schapp. Ihr Vorschlag: "Es könnte ja auch nur an zwei Tagen ein Arzt hier im Ort sein." Mehr Druck durch die Bürger wäre laut Ludwig Orlowski beim Thema Gewerbegebietansiedlung nötig. Klaus Sadowski wieß darauf hin, dass es einen potenziellen Bewerber aus dem Ort bedürfe zwecks Gewerbegebietansiedlung. "Ein Gewerbegebiet wäre schon ein guter Anfang, um Arbeitsplätze vor Ort zu schaffen und Leben in Kervenheim auch für junge Leute attraktiv zu machen", meinte auch Martin Piper. Um auf Berufs-Pendler zu reagieren, schlug etwa Isabell Louven Edeka-Markt-Inhaber Heinz Koppers vor, die Öffnungszeiten nach hinten zu verlängern. Koppers schüttelte den Kopf: "Dazu müssten wir zusätzliche Kräfte einstellen, und das ist aus wirtschaftlicher Sicht nicht möglich." Immer wieder wurde das besondere Engagement der Familie Koppers herausgestellt. "Wenn die das nicht mehr machen, stehen wir da." Einig war man sich, dass die breite Vereinsstruktur des Ortes sich sehen lassen kann. Auch in puncto Jugend gaben sich Streetworker Uwe Timm und Birgit Pauli-Heinen vom Jugendamt zufrieden.

Info

Der nächste Termin

Am kommenden Donnerstag macht die Mobile Redaktion erneut Station in Kevelaer – diesmal in Twisteden.

RP-Mitarbeiterin Ellen Schlütter ist vor Ort, um mit Ihnen zu sprechen: In Twisteden ist Durchgangsverkehr ein großes Thema – braucht es Maßnahmen? Wie schätzen Sie die Situation ein? Wie steht der Kevelaerer Ortsteil generell da? Haben Sie Anregungen, was Twisteden gut tun würde?

Sagen Sie uns Ihre Meinung: Am Donnerstag, 19. August, von 14 bis 16 Uhr, auf dem Dorfplatz in Twisteden.

Isabell Louven und Wilhelm Wehren mahnten jedoch, nicht "Wünschenswertes mit Machbarem" zu vertauschen. Louvens Idee: Statt auf unrealistische große Gewerbegebiete auf den (Fahrrad-)Tourismus setzen, mit besserer Beschilderung und Radwegen.

Etwas allein gelassen fühlte sich auch Peter Verrieth, Haus-Eigentümer in der Schlossstraße, der aufgefordert ist, eine Fassadenverschönerung vorzunehmen. "Wer soll das bezahlen?", fragte er sich.

Das Gros der Anwesenden war sich in einem Punkt einig: "Abgestimmt wird mit den Füßen." "Die Kervenheimer selbst müssten sich mehr einbringen", sagte Christian van Oeffelt. Das lasse sich auf alle Bereiche übertragen, meinte Umbach: "Wenn wir nicht in die Kneipe hineingehen, dann haben wir bald keine mehr. Ganz einfach." Martin Brands warnte ebenfalls davor, allein auf die öffentliche Hand zu setzen: "Der Schlüssel kann nur Eigeninitiative sein." KOMMENTAR

Foto
Im Gespräch mit RP-Redaktionsmitglied Ellen Schlütter (vorne r.) und Kervenheimer Bürgern äußerte sich Ortsvorsteher Ernst Umbach (vorne l.) kritisch zur Zukunft der Kevelaerer Ortschaft. Foto: RPO
Quelle: RP

 
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