Kevelaer: Dingermann-Platz eingeweiht
VON STEFAN GILSBACH - zuletzt aktualisiert: 09.04.2009Kevelaer (RPO). Der neue Platz zwischen Kevelaers Alten Rathaus und der Volksbank heißt seit Mittwoch offiziell nach dem beliebten Ehrenbürgermeister. Zur Einweihung waren auch die Kinder des 2003 verstorbenen CDU-Politikers gekommen.
Ein kräftiges Lüftchen wehte gestern durch Kevelaers Stadtkern. Es sorgte dafür, dass die Verhüllung eines neuen Straßenschildes vorzeitig verrutschte: Der neue Platz am Treffpunkt von Volksbank und Altem Rathaus wurde gestern offiziell "Karl-Dingermann-Platz" getauft. Zahlreiche Gäste hatten sich zu der Feierstunde eingefunden, darunter auch die Kinder von Karl Dingermann: Maria Helmus, Karl-Gerd und Theo Dingermann. "Der Platz ist sehr schön geworden", sagte Maria Helmus. Sie freue sich, dass ihr Vater unmittelbar in der Nähe der beiden Rathäuser geehrt werde. "Hier hat er schließlich gearbeitet."
Ehrung für Börgers?
Dingermann war der zweite Nachkriegsbürgermeister Kevelaers. Sein Vorgänger Peter Plümpe war von 1946 bis 1978 Stadtoberhaupt. Auf Dingermann folgte Friedrich Börgers (1989 bis 1999). Auch eine Ehrung für ihn wurde in der Politik bereits angeregt.
Verdienste gewürdigt
Zuvor hatte Bürgermeister Axel Stibi in seiner Begrüßungsansprache die Verdienste Karl Dingermanns gewürdigt. Der 1920 geborene CDU-Politiker war 1978 in die großen Fußstapfen von Bürgermeister Peter Plümpe getreten. Bis zum Ende seiner Amtszeit im Jahr 1989 hatte sich der studierte Jurist so viele Sympathien erworben, dass er vom Rat zum "Ehrenbürgermeister" gewählt wurde. Höhepunkt seiner Amtszeit war der Besuch von Papst Johannes Paul II. im Jahr 1987. Karl Dingermann starb 2003 im Alter von 83 Jahren.
Obwohl sich alle politischen Kräfte in Kevelaer einig waren, dass Karl Dingermann die Ehre eines nach ihm benannten Platzes verdient hatte, gab es im vergangenen Jahr Gezänk unter den Fraktionen über die Prioritätsfrage. Als CDU-Ortsvorsteher Edmund Bercker einen entsprechenden Antrag stellte, erinnerte FDP-Fraktionchef Klaus Sadowski daran, dass die Liberalen diese Forderung schon 2006 gestellt hatten. KBV und Bündnis 90/Grüne bezweifelten wiederum, ob der Platz vor der neuen Volksbank-Filiale für einen verdienten Bürgermeister wie Karl Dingermann angemessen sei.
Schmeichelhafte Debatte
Die Kinder des Ehrenbürgermeisters hatten sich seinerzeit nicht in die Debatte eingeschaltet. Im Rückblick betrachteten sie die Vorgänge mit Humor. "Es hat mir gut gefallen, dass man sich über politische Grenzen hinweg um die Initiative für die Ehrung gestritten hat", bekannte der Sohn Theo Dingermann, der eigens aus Frankfurt angereist war.
"Wir haben unseren Vater eigentlich nur als Bürgermeister erkannt", erinnerte er sich. Von den Pflichten des Amtes hätten die Kinder auf ihre Art profitiert. Denn der Vater Karl Dingermann sei recht streng gewesen. "Wenn er als Bürgermeister unterwegs war, hatten wir Kinder mehr Freiheit", sagte Theo Dingermann und sorgte bei den Anwesenden für ein Schmunzeln. KOMMENTAR
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum


