Weeze: Ein Park für Vittinghoff-Schell
VON ELLEN SCHLÜTTER - zuletzt aktualisiert: 17.09.2010Weeze (RPO). Ursprünglich sollte zum 100. Geburtstag des ehemaligen Bürgermeisters eine Straße nach ihm benannt werden. Jetzt soll die Parkanlage "Alter Friedhof" seinen Namen tragen. Die Entscheidung trifft der Rat Ende des Monats.
Es stand nie zur Debatte, ob es eine Straße zu Ehren des ehemaligen Bürgermeisters Felix Freiherr von Vittinghoff-Schell in Weeze geben soll – nur das "wo" beschäftigte Politik und Verwaltung die vergangenen Monate.
Jetzt scheint der optimale Ort für die Würdigung des Ehrenbürgers gefunden zu sein: Die Parkanlage "Alter Friedhof" soll in "Vittinghoff-Schell-Park" umbenannt werden. Die Entscheidung darüber trifft der Gemeinderat in seiner Sitzung am Mittwoch – doch die Ratsfraktionen kündigten bereits ihre Zustimmung an.
Ablehnung der Anwohner
Bereits im Juli wurde das Thema im Rat diskutiert. Damals lautete die Empfehlung des Fachausschusses auf einen Straßenabschnitt am Cyriakusplatz ab Peterstraße bis zum Kirchplatz. Die ursprünglich angedachte Umbenennung eines Teils der Kevelaerer Straße war zuvor bei den Anwohnern auf Ablehnung gestoßen. Der Rat stellte die Entscheidung zurück, denn auch den Anwohnern des Straßenabschnitts nahe des Rathauses sollte die Gelegenheit gegeben werden, sich zu den Plänen zu äußern.
"Der neue Vorschlag ist dann aus den Anliegergesprächen entwickelt worden", erläutert Bürgermeister Ulrich Francken. Auch in der Ratssitzung im Juli war der "Alte Park" bereits im Gespräch, jedoch zunächst nicht weiter in Betracht gezogen worden – jetzt schon. "Wir wollten keine Straßen gegen den Willen der Bürger umbenennen", erläutert Francken.
So wie es aussieht, wird der Vorschlag in der Ratssitzung nicht mehr diskutiert werden. SPD, CDU und FPD sagten auf Anfrage, sie würden für den Vorschlag der Verwaltung votieren. Die SPD-Fraktion werde mehrheitlich einem "Vittinghoff-Schell-Park" zustimmen, sagt Fraktionsvorsitzender Alfons van Ooyen. "Der Platz wird für Veranstaltungen genutzt und ist so sicherlich repräsentativ", so van Ooyen. "Besser als nur ein Straßenabschnitt", fügt er hinzu.
Auch könne man so etwas nicht einfach gegen den Willen der Anwohner entscheiden. Auch Stefan van Loon (FDP) hält den Ort der jährlichen Festkettenübergabe zur Kirmes für einen der "repräsentativsten Plätze" Weezes, um den ehemaligen Bürgermeister zu würdigen. "Wir als FDP-Fraktion stehen geschlossen hinter diesem Vorschlag."
Für Heinz Hönnekes, CDU-Ratsmitglied, ist der vorgesehene Platz eine gute Alternative. "Das angedachte Straßenstück war so klein, dass es der Bedeutung nicht angemessen wäre", so Hönnekes. "So wird der Name Vittinghoff-Schell in der Bevölkerung öfter ein Begriff sein." Vor allem, so der CDU-Politiker, wenn dort einmal ein Bürgerhaus entstehen sollte.
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