Weeze: Einstimmig für neue Flugroute
VON ANJA SETTNIK - zuletzt aktualisiert: 16.04.2010Weeze (RPO). Die östliche Abflugroute des Airport Weeze soll um 15 Grad Richtung Norden verschwenkt werden. Das empfiehlt die Lärmschutzkommission der Flugsicherung. Winnekendonk wird entlastet, für einige Weezer wird's wohl lauter.
weeze / kevelaer / goch Die östliche Abflugroute ab Airport Weeze soll künftig um 15 Grad Richtung Norden verschwenkt werden, um weniger Menschen durch Fluglärm zu stören. Auf diese Empfehlung an die Deutsche Flugsicherung einigte sich gestern die Lärmschutzkomission, die am Flughafen tagte. Neben Vertretern des Flughafens, der Aktionsgemeinschaft und der Bundesgemeinschaft gegen Fluglärm waren auch die Bürgermeister der betroffenen Kommunen anwesend.
Bereits am Tag vor der Tagung der Kommission hatte es eine Info-Veranstaltung der Gemeinde gegeben, in der die Anwohner der Hegener Straße beruhigt werden sollten: Nach RP-Informationen hat ein Neubürger die Befürchtung, künftig werde zwar das Haus der Familie Siegel, die sich mit dem Flughafen auf umfassenden Lärmschutz geeinigt hat, nicht mehr direkt überflogen, dafür würde aber die Hegener Straße belästigt. Die Route 09 wird zwischen dem Hof Siegel und dem eines einen Kilometer entfernt wohnenden Nachbarn geführt.
Hoffnung für Gocher
Seit Jahresbeginn klagen die Gocher über eine erhöhte Lärmbelastung, weil Siebengewald (Gemeinde Bergen) nicht mehr direkt überflogen wird, dafür aber Goch und Asperden stärker betroffen sind. Ab Juli, kündigt Hönnekes an, werde die westliche Abflugroute anders geführt, die Gocher könnten mit Entspannung rechnen.
Die Flugsicherung
Im RP-Gespräch erinnerte Flughafen-Geschäftsführer Ludger van Bebber daran, dass es bereits im Dezember ein Vorgespräch gegeben hatte (RP berichtete). Gestern wurde abgestimmt, wie seit dem damaligen Gespräch zu vermuten war. Die Flugsicherung hatte vorab drei Routen zur Diskussion gestellt. Für jede der Versionen waren eigene Betroffenheitswerte errechnet worden – Lärmbelastung und Bevölkerungszahl müssen ins Verhältnis gesetzt werden, denn meist ist der Gewinn für den einen ein Nachteil für einen anderen.
Das wird auch diesmal so sein, räumte van Bebber ein. Wenn aber die Anwohner der Hegener Straße etwas mehr vom Fluglärm abkriegen sollten, so würde in jedem Fall der Ort Winnekendonk entlastet. "Den von Start und Landungen betroffenen Winnekendonkern sollte geholfen werden, wo das möglich ist." 20 Prozent bedeuten übrigens nicht "jeder fünfte Flug" – wenn der Wind es so will, kann auch ein ganzer Tag betroffen sei – und der nächste eben gar nicht.
Heinz Hönnekes, der Vorsitzende der Kommission, wurde gestern für weitere zwei Jahre in seinem Amt bestätigt. Er hat es geschafft, dass zum Beispiel Kevelaer und Weeze jetzt an einem Strang ziehen und ein einstimmiges Ergebnis (bei drei Enthaltungen) ermöglichten. Das dürfte die Deutsche Flugsicherung überzeugen, meint Hönnekes. Vermutlich Ende des Jahres werde die neue Route geflogen. Auch die im Laarbrucher Wald lebenden Fledermäuse, deren Schutzbedürfnis für Verzögerung gesorgt hatte, dürfen stolz sein: "Ohne sie hätte die Stadt Kevelaer vielleicht auf dem Drehpunkt Wember Straße bestanden, und wir hätten uns nur schwer einigen können", meint Hönnekes.
Info Mehr über den Airport Weeze unter www.rp-online.de/kevelaer
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