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Kevelaer: Eisflächen sind zu dünn

VON HANS HENDRIK FALK - zuletzt aktualisiert: 04.02.2012

Kevelaer (RP). Die DLRG und die Feuerwehr warnen davor, Eisflächen auf Seen, Teichen und Flüssen zu betreten. Es droht Einbruchgefahr. Für den Notfall stehen speziell ausgebildete Einsatztaucher aus Weeze bereit.

Üben für den Ernstfall: Einsatztaucher der DLRG-Tauchergruppe aus Weeze, die für die Rettung im gesamten Kreis zuständig ist.  Foto:  privat
Üben für den Ernstfall: Einsatztaucher der DLRG-Tauchergruppe aus Weeze, die für die Rettung im gesamten Kreis zuständig ist. Foto: privat

kevelaer/weeze Es ist bitterkalt – die Temperaturen bleiben auch tagsüber deutlich unter Null Grad. Die Gewässer in Kevelaer und Weeze beginnen zu gefrieren. Aber der Schein trügt, die Eisdecke auf den Teichen und Seen lässt noch keinen Eisspaziergang zu. Das Eis ist noch zu dünn. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) im Bezirk Kleve und die Feuerwehr im Kreis warnen davor, jetzt schon Eisflächen zu betreten. Eltern sollten ihre Kinder über die Gefahren, die auf zugefrorenen Seen lauern, aufklären.

Auch wenn die Seen zugefrorenen sein sollten, ist das Eis nicht überall gleich stark ausgebildet, erklärt Reiner Gilles von der Kreisfeuerwehr. Das Eis brauche Zeit, um tragfähig zu sein. Bei stehenden Gewässern sollte es als Richtwert mindestens 15 Zentimeter, bei fließenden Gewässern wie Bächen und Flüssen sogar mindestens 20 Zentimeter dick sein. "Nicht gleich an den ersten frostigen Tagen das Eis betreten", laute deshalb die Regel, erklärt Daniel Krawinkel vom DLRG Bezirk Kreis Kleve.

Info

Die Verordnung

In der Ordnungsbehördlichen Verordnung der Stadt Kevelaer heißt es zum "Betreten von Eisflächen" unter Paragraf 14, Absatz 2: Öffentlich zugängliche Eisflächen dürfen nur an den gekennzeichneten Zugängen und nur dann betreten werden, wenn sie freigegeben sind.

Grundsätzlich sollten sich Wintersportler nur an bewachten Gewässern und nie alleine auf das Eis wagen. Das Eis sendet Signale aus, die jeder erkennen sollte. Dunkle Stellen verraten: Das Eis ist noch viel zu dünn. Hier besteht Gefahr, einzubrechen. Also: Betreten verboten. "Wenn das Eis knistert und knackt", sagt Reiner Gilles, "ist es am besten, sich flach hinzulegen, um das Gewicht zu verteilen, und in Bauchlage zurück in Richtung Ufer zu robben." Besondere Vorsicht ist auf verschneiten Eisflächen und an bewachsenen Uferzonen geboten. Laut Wetterbericht ist Schneefall in den kommenden Tagen vorhergesagt. Besonders tückisch können Seen sein, die von Bächen oder Flüssen durchzogen sind: An den Ein- oder Ausflüssen kann innerhalb weniger Meter das Eis deutlich dünner und brüchiger sein. "Sollte tatsächlich der schlimmste Fall eintreffen und eine Person ins Eis einbrechen, heißt es (theoretisch) Ruhe bewahren", sagt Gilles. "Mit allen Mitteln versuchen, auf sich aufmerksam zu machen." Helfer sollten bei der Rettung einen Sicherheitsabstand zur Einbruchstelle einhalten und sich gegenseitig auf dem Bauch liegend durch eine Rettungskette sichern. Anschließend sollte der Patient in einem beheizten Raum langsam aufgewärmt werden und sich sofort in ärztliche Behandlung begeben.

Im Notfall ist die Feuerwehr auf die Einsatztaucher der DLRG Tauchergruppe aus Weeze angewiesen. "Glücklicherweise", so Gilles, "hat es in den vergangenen Jahren nie einen solchen Notfall in Kevelaer oder Weeze gegeben."

Quelle: RP


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