Weeze: Express-Zug zum Airport ?
VON ANJA SETTNIK - zuletzt aktualisiert: 05.05.2009Weeze (RPO). Es ist Zukunftsmusik mit unbekannter Machbarkeit, aber Fragen kostet nichts, findet die FDP-Fraktion des Kreistages. Sie wünscht sich, dass der Flughafen Weeze an den geplanten Rhein-Ruhr-Express angebunden wird.
Nach den jüngsten positiven Nachrichten zum Flughafen Weeze – Ryanair bleibt mit der Basis dort, weil die Bezirksregierung eine geänderte Betriebsgenehmigung vorgelegt hat – wird das Thema Anbindung an den Airport wieder dringlicher. Auf der Tagesordnung des Kreis-Ausschusses für Verkehr und Strukturfragen am Donnerstag stehen drei Teilaspekte dazu.
Zunächst geht es um die jüngsten Ergebnisse des Arbeitskreises, dann um den Euregionalen Mobilitätsplan der Euregio, schließlich um eine von der FDP vorgeschlagene Anbindung des Flughafens an das System "Rhein-Ruhr-Express". Tenor aller drei Themenbereiche: Der erfolgreiche Flughafen muss verkehrlich besser erschlossen werden, um sowohl Nutzern und Mitarbeitern des Flughafens das Erreichen des Airports zu erleichtern, als auch die Straßen zu entlasten.
Abstrakte Idee
Die FDP-Idee, den Flughafen Weeze an den geplanten Rhein-Ruhr-Express anzubinden, ist den leitenden Mitarbeitern der Weezer Gemeindeverwaltung fremd. Heinz-Günter Schmidt-Herzog, unter anderem für das Thema Konversion zuständig, weiß, dass es vor Jahren Aussagen im Gebietsentwicklungsplan gab, den Airport eventuell irgendwann an das Schienennetz anzuschließen. Konkreter seien die Pläne nie geworden.
2,3 Millionen Fluggäste erwartet
Hermann Reynders, bei der Kreisverwaltung unter anderem für die Landschaftsplanung zuständig, wird den Ausschuss informieren. Er zitiert den Gutachter eines Aachener Verkehrsplanungsbüros (RP berichtete) damit, dass in diesem Jahr mindestens 2,3 Millionen Fluggäste den Airport nutzen werden. Um den Individualverkehr im Umfeld des Flughafens zu gewährleisten, plane die Gemeinde Weeze in Abstimmung mit dem Landesbetrieb Straßen fürs nächste Jahr die Umgestaltung des Knotenpunktes Willy-Brandt-Ring / Weller Straße zum Kreisverkehr. Ebenso sei vorgesehen, die Ecke Willy-Brandt-Ring / B 9 umzubauen. Eine Umgehung Richtung Autobahnanschluss Goch ist wichtiges Fernziel. Derzeit werden drei Trassenvarianten untersucht. Der Landesbetrieb erwartet, dass das Vorhaben im kommenden Jahr vom NRW-Bauministerium mit Priorität behandelt wird.
Auch die Euregio-Gremien haben sich Gedanken gemacht und erkannt, dass sowohl eine Bahnverbindung Nimwegen-Kleve, als auch eine bessere Straßenanbindung Not tut. Der grenzüberschreitende Zweckverband ist auch Forum für die Niederländer: Die Region Arnheim-Nimwegen sieht eine wechselseitige Ausstrahlung des städtischen Knotenpunktes und des Flughafens. Der solle sich nicht nur in Richtung Venlo und Kleve-Nimwegen orientieren, sondern auch in die ländliche Region dazwischen.
Die FDP-Fraktion im Kreistag wünscht sich die Ausweitung des geplanten Rhein-Ruhr-Express auf den Niederrhein. Es geht um schnelle Regionalzüge in engem Zeittakt, die im Ruhrgebiet und im Rheinland frühestens ab 2020 Realität werden könnten. Die FDP bittet den Kreistag, er möge sich beim Land für die Anbindung an den Rhein-Ruhr-Express einsetzen. Die Machbarkeit könne die Kreisverwaltung nicht abschätzen, sie wolle aber mit dem Nahverkehrszweckverband darüber reden.
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