Weeze: Flughafen ist gewappnet
VON ANJA SETTNIK - zuletzt aktualisiert: 30.07.2008Weeze (RPO). Die Ausweitung des Ryanair-Flugplans um elf Ziele macht die Anpassung der Infrastruktur am Flughafen und auch in der Gemeinde Weeze nötig. Reisen in die Bundehauptstadt werden jetzt viel einfacher.
Wenn Flughafen-Geschäftsführer Ludger van Bebber gestern etwas blass aussah, dann deshalb, weil er in der letzten Zeit sehr viel Arbeit hatte. Die sich gelohnt hat, denn Anja Seugling, Pressesprecherin Deutschland bei Ryanair, teilte gestern mit, dass Ende Oktober zwei neue Boeing 737-800 in Weeze stationiert werden und die irische Günstig-Linie dann 33 Ziele ab dem Niederrhein bedient. Vor allem eine Route war sehnlichst erwartet worden: Berlin, das erste innerdeutsche Ziel ab Weeze. Flughafensprecher Holger Terhorst erinnerte daran, dass schon V-Bird vor seiner Pleite 100 000 Passagiere ab Weeze nach Berlin befördert hatte.
Weezes Bürgermeister Ulrich Francken ist begeistert und sieht in dem erweiterten Engagement der irischen Airline „sehr große Chancen für die Kunden und den Flughafen“. Er freut sich nicht nur auf Berlin, sondern will auch unbedingt Riga besuchen – „da wohnen begeisterte Europäer, das Baltikum ist für uns sicher eine spannende neue Welt.“ Francken weiß, dass in seiner Gemeinde seit den 60er-Jahren viele Italiener aus Lecce leben – „die werden künftig sehr gerne die Verbindung nach Ancona nutzen, um ihre Verwandten zu besuchen!“
Check-In-Automaten
Zu den weiterhin „garantiert günstigsten Preisen“ fliegt Ryanair ab Oktober elf neue Ziele an. Nach Berlin geht’s täglich, an manchen Tagen sogar morgens und abends. Um die Kosten weiter zu senken, prüft die Airline demnächst Check-In-Automaten, die dann auch in Weeze eingerichtet werden könnten. Zudem könne man künftig Geld verdienen, indem man Passagiere (mit der geeigneten Technik) im Flieger telefonieren lasse.
Ausbau der Verkehrsinfrastruktur
Die Pläne zum Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, die vor einigen Wochen vorgestellt wurden, hätten sich zum Glück bereits an einem wachsenden Passagieraufkommen orientiert. „Mit zwei Millionen Menschen haben wir geplant, die werden nun vermutlich bald erreicht.“ Im kommenden Jahr, nimmt Francken an, wird mit den Arbeiten zu einer neuen Abbiegespur von der B 9 zum Flughafen begonnen und werde es einen Kreisverkehr an der Einmündung Weller Straße geben, der Staus vermeiden helfen soll. Nach Informationen der Rheinischen Post ist auch ein großer mehrstöckiger Hotel-Neubau vorgesehen: an der B 9 auf dem Gelände des abgerissenen Hochhauses. „Das müssen wir allerdings städtebaulich gut überlegen, denn es macht keinen Sinn, ein Hochhaus abzureißen und an der selben Stelle ein neues zu errichten.“
Ludger van Bebber weiß, dass der Flughafen neue Parkplätze bauen muss. Bisher gibt’s Stellfläche für 4500 Fahrzeuge, 1500 weitere Plätze sollen jenseits des P 2 hinzu kommen.
Die Kapazitäten der übrigen Flughafen-Bereiche reichten vorläufig aus. Kürzlich erst habe der Airport schließlich eine Million Euro in Sicherheitskontrollstelle und Gepäckabfertigung investiert. „Ich halte die Entscheidung von Ryanair, in Weeze so stark zu expandieren, für noch bedeutender als die vor einem Jahr, den Airport zur Basis aufzuwerten. Denn das wirtschaftliche Umfeld ist viel schwieriger geworden. Ryanair beweist, dass es von Weezes Entwicklungspotenzial überzeugt ist.“
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