Weeze: Fuerteventura fliegt raus
VON CORINNA KUHS - zuletzt aktualisiert: 11.12.2008Weeze (RPO). Der irische Billigflieger Ryanair nimmt die Kanareninsel aus dem Programm. Grund ist ein Streit mit der örtlichen Tourismusgruppe. Es ist das zweite Ziel, das gestrichen wird. Der Airport Weeze rechnet mit einer Ersatzroute.
Der irische Billigflieger Ryanair wird die Kanareninsel Fuerteventura aus seinem Angebot löschen. Zum 31. Januar stellt Ryanair den gesamten Flugbetrieb am Flughafen Fuerteventura ein. Auch von Weeze aus hat der Billigflieger die Urlaubsinsel im Programm. Sämtliche Verbindungen von und zur Kanareninsel werden im kommenden Jahr annulliert.
Urlauber werden benachrichtigt
Reisende, die bereits gebucht haben, würden umgehend von Ryanair informiert, erklärt Airport-Weeze-Sprecher Holger Terhorst. „Das Geld gibt es natürlich zurück.“
Der Billigflieger
Ryanair startet derzeit von 148 Flughäfen in 26 Ländern. Das Unternehmen bietet mehr als 800 Strecken an und verfügt über 31 Basisflughäfen in Europa. Einer davon ist der Airport Weeze. Bis Ende des laufenden Geschäftsjahres will Ryanair seine Flotte auf 195 Boeing 737-800 vergrößern. Weitere 70 Maschinen sind bestellt.
Seit Oktober vergangenen Jahres startet Ryanair von Weeze auf die kanarische Insel. „Es war eine der wirklich guten Strecken“, sagt Terhorst. 70 000 bis 80 000 Fluggäste pro Jahr seien allein auf die Fuerteventura-Verbindung zurückzuführen. Dass die Route nun eingestellt wird, „bedauert der Flughafen“, so Terhorst. Er rechnet jedoch damit, dass die Verbindung durch eine neue ersetzt wird. „Wenn eine Strecke ausgesetzt wird, wird sicher eine andere kommen.“ Welche das sein werde, stehe derzeit noch nicht fest.
Dass sich Ryanair von Fuerteventura zurückzieht, begründet das irische Unternehmen mit „Vertragsverletzungen“ der örtlichen Tourismusgruppe, die sich nicht an „die mit Ryanair getroffene Abmachung hält, die Kanareninsel gemeinsam als touristische Destination zu vermarkten“. Das bedeutet: Es geht schlicht ums Geld.
Für die Atlantikinsel sei der Ryanair-Entschluss ein harter Schlag – meint zumindest das irische Unternehmen. „Das ist ein schwarzer Tag für Fuerteventura, der einschneidende Auswirkungen auf die Existenzgrundlage der örtlichen Tourismuswirtschaft haben wird“, erklärt Ryanair-Vizechef Michael Cawley.
Ryanair habe jährlich 250 000 Passagiere nach Fuerteventura geflogen, „mit denen beträchtliche touristische Einnahmen erzielt wurden, die nun wegfallen“. Ryanair startet von Weeze, Birmingham, Bremen, Dublin, East Midlands, Frankfurt-Hahn, Liverpool, London-Stansted und Shannon zu der Insel mit idealen Surfer-Bedingungen.
Nicht die erste Änderung
Fuerteventura ist nicht das erste Ziel, das Ryanair nach Unstimmigkeiten am Ort der Destination aus dem Programm nimmt. Im Oktober hatte die Fluggesellschaft bereits angekündigt, seine Basis im spanischen Valencia zu schließen, nachdem es Ärger mit der Regierung gegeben hatte. Anfang November wurden die Flüge gestrichen.
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