Kevelaer: Ganztag als Normalfall
VON TIMO STEPPAT - zuletzt aktualisiert: 13.09.2010Kevelaer (RPO). Das Lernen am Nachmittag ist Alltag geworden in Kevelaer. Am Gymnasium dauert der reguläre Unterricht so lange. An der Hauptschule werden Förder- und Zusatzangebote gemacht.
Warten auf die Mensa
Nach den Sommerferien 2011, spätestens nach den Herbstferien, soll die Mensa in Betrieb genommen werden. "Im Vorfeld muss ein Arbeitskreis aus Schulleitern und Elternvertretern Angebote und Wahlmöglichkeiten diskutieren", erklärt Kevelaers Schuldezernent Marc Buchholz. Bereits jetzt nutzen 442 Grundschüler das Angebot der offenen Ganztagsgrundschule. "Das zeigt, dass es ein deutliches Interesse an Ganztagsangeboten gibt", so Buchholz.
Bis vor einem Jahr war für die meisten Kevelaerer Schüler der Gong um kurz nach 13 Uhr das Signal für den Schulschluss. Die Gemeinschaftshauptschule führte zu Beginn des vorigen Schuljahres Ganztagsklassen ein, und das Gymnasium musste – durch die Schulzeitverkürzung auf zwölf Jahre – auch in den unteren Klassen anfangen, nachmittags zu unterrichten. Längst ist die Ganztagsschule in der Marienstadt angekommen. Laut Schuldezernent nimmt bereits die Hälfte der Grundschüler an einem Ganztagsprogramm teil. Grundsätzlich sprechen sich alle Fraktionen für Ganztagsangebote aus.
Positives Urteil
"Immer mehr Eltern hatten Interesse am Ganztag", berichtet Ralph Lenninger, Leiter der Gemeinschaftshauptschule. Mit dem Beginn des vergangenen Schuljahres trat dort das Konzept in Kraft: Ganztags- und Halbtagsunterricht sollten nebeneinander laufen. Das Urteil von Lenninger fällt positiv aus. "Rund ein Drittel der Schüler in den Klassen fünf und sechs bleibt am Nachmittag." Der Unterricht am Vormittag sei für Halbtags- und Ganztagsschüler ähnlich. Die Ganztagsschüler seien "genauso gut ins Schulleben integriert". Nach der sechsten Stunde gibt es eine 60-minütige Pause, danach können sich die Schüler für verschiedene Aktivitäten entscheiden. Dazu zählen Sport, Informatik und Hauswirtschaft. Das Essen nehmen die Kinder im Mittagstreff ein. Anschließend führen Fachlehrer die Betreuung durch. An einem Tag organisiert der Mittagstreff die Betreuung. Durchweg gilt: Wenn die Kinder um 15.50 Uhr gehen, haben sie keine Hausaufgaben mehr auf und können ihre Freizeit genießen. Lenninger weiß: "Die Förderung für die Ganztagsschüler ist besser."
Am Kardinal-von-Galen-Gymnasium endet der Unterricht gegen 15.30 Uhr. Allerdings handelt es sich um regulären Unterricht. Am Morgen haben die Schüler nach dem 70-Minuten-Modell vier Unterrichtsstunden, dann eine 60-minütige Pause und anschließend noch eine Stunde Unterricht. "In der Oberstufe könnte man verkürzen und nach 15 Minuten Pause mit dem Unterricht weitermachen", erklärt Schulleiter Karl Hagedorn. Bis zur zehnten Klasse allerdings müsse man die Pausenregelung einhalten. Sein Wunsch für die Zukunft ist, dass sich während der Pause ein Dialog zwischen Schülern und Lehrern ergibt. Dazu werde sicherlich die neue Mensa beitragen.
An der Realschule haben die "Allermeisten bis 13.15 Uhr Unterricht", weiß Schulleiter André Marchi. Aus dem Lehrplan ergibt sich keine Notwendigkeit für Nachmittagsunterricht. Lediglich die siebte Stunde werde in manchen Fällen gegeben. Diese ende um 14.15 Uhr. Wenn im nächsten Schuljahr eine Mensa vorhanden ist, soll die Pause wie vorgeschrieben 60 Minuten zwischen sechster und siebter Stunde dauern. Außerdem ist ein Betreuungsangebot geplant.
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