Weeze: Gut für die Integration: "Café Auszeit"
zuletzt aktualisiert: 08.12.2009 - 11:38Weeze (RPO). In Weeze soll ein nicht-kommerzielles "Familien-Café" entstehen. Vorbehaltlich der Mitwirkung der Gemeinde an der Finanzierung, ist vorgesehen, die offene Anlaufstelle ab September 2010 anzubieten. Zielgruppe sollen alle Weezer sein, insbesondere aber jene mit Migrationshintergrund.
Als Begründung heißt es in der Vorlage zum nächsten Ausschuss für Schule, Jugend und Sport, es sei nötig, mehr für die Integration zu tun. Bewusst ein harmonisches Miteinander zu gestalten und gleichzeitig das Anderssein von Migranten zu akzeptieren – dieser Weg müsse konsequent gegangen werden. Erarbeitet und formuliert haben die Idee Weezes Integrationsbeauftragte Bahriye Altun, die im "Wellenbrecher" beschäftigt, ist, und der Leiter dieser Einrichtung, Volker Schoelen.
Die Sozialraumanalyse des vergangenen Jahres, geleistet durch eine Studenten-Arbeitsgruppe, habe gezeigt, dass gerade Migranten von einer "Bündelung sozialer Belastungen" betroffen seien. Die schwierige Situation der Familien führe nicht selten zu Benachteiligungen ihrer Kinder in den Schulen. Woraus neue Probleme entstünden, die die kommende Generation belasten. Das "Weezer Netzwerk", in dem unter anderem Ordnungsamt, Polizei und Jugendtreff "Wellenbrecher" mitarbeiten, hat in den vergangenen Jahren schon einige Projekte zum Thema auf den Weg gebracht: kostenlose Hausaufgabenbetreuung, Bewerbungstraining, Sprachkurse, pädagogische Hilfen. Das "Café Auszeit" soll Anlaufstelle auch für Themen wie Sucht- und Gewaltprävention, Stärkung der Erziehungskompetenz und des Generationendialogs sein.
Als niedrigschwelliges Angebot soll nun das Café – mit Flair und Leseecke, heißt es – entstehen. Ein Ort für den Treff sei angedacht, aber noch nicht spruchreif. Der Bund soll das Projekt mit 150 000 Euro (über drei Jahre verteilt) unterstützen. Beantragt hat dies der Internationale Bund, mit dem der Wellenbrecher etwa beim Thema Sprachkurse zusammenarbeitet. Die Gemeinde hat einen Eigenanteil von 5000 Euro pro Jahr zu finanzieren.
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