Weeze: Hamburg fliegt auf Weeze
VON CORINNA KUHS - zuletzt aktualisiert: 04.05.2009Weeze (RPO). Die Fluggesellschaft Hamburg International hat am Samstag ihre Basis am Airport Weeze eröffnet. Sie stationiert dort einen Airbus A 319, steuert 13 Ziele an und schafft mindestens 15 neue Arbeitsplätze.
Wäre sie nicht seit Wochen geplant gewesen, könnte man glauben, die Eröffnung der Hamburg-International-Basis auf dem Airport Weeze sei als glückliches Ende eines Flughafen-Dramas inszeniert worden: bestes Wetter, viele Gäste, ein auf Hochglanz polierter Airbus und zahlreiche strahlende Gesichter. Gefeiert wurde am Samstagmorgen, dass Charterflieger Hamburg International von nun an Weeze als Heimatflughafen nutzt und einen zwei Wochen alten Airbus A 319 dort stationiert.
Das Hin und Her
Vergessen waren die Sorgen der vergangenen Tage jedoch längst nicht. Der niederländische Flughafen-Investor Herman Buurman gestand am Rande der Feier auf dem Vorfeld, dass ihn das juristische Hin und Her um den Airport Weeze und die Drohung Ryanairs, möglicherweise die Basis in Weeze zu schließen, mitgenommen hat. "Ich habe immer gerne alles selbst in der Hand", gestand der Niederländer auf dem Vorfeld des Airports Weeze. "Und jetzt hatte ich nichts selbst in der Hand. Aber ich habe immer Vertrauen gehabt. Und ich wusste, dass dort vernünftige Menschen am Werk sind", sagte der Niederländer.
Das Unternehmen
Die Firma Hamburg International ist eine deutsche Charterfluggesellschaft.
Hauptsitz ist in Hamburg.
Gegründet wurde sie 1998.
Die Flotte besteht aus acht Flugzeugen vom Typ Airbus sowie einer Boeing 737.
Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte am 22. April dem Eilantrag eines Klägers stattgegeben und die Betriebszeiten des Airports gekürzt. Daraufhin drohte Ryanair, die Basis in Weeze aufzugeben. Am 1. Mai legte die Bezirksregierung Düsseldorf dann eine ergänzte Betriebsgenehmigung vor; Ryanair verkündete daraufhin, die Basis behalten zu wollen.
Landrat Wolfgang Spreen und Weezes Bürgermeister Ulrich Francken nutzten die Basis-Eröffnung ebenfalls für einen kurzen Wochen-Rückblick. Das Wichtigste sei, so Spreen, dass die mehr als 1000 Arbeitsplätze rund um den Flughafen gerettet seien. "Nun muss man in Gesprächen dafür sorgen, dass der Rest der Kläger davon überzeugt wird, wie wichtig die Arbeitsplätze sind", so Francken.
Mit der Hamburg-International-Basis entstehen nach Angaben des Unternehmens "mindestens 15 neue Arbeitsplätze am niederrheinischen Flughafen". Ab Weeze fliegt Hamburg International im Sommer 13 Ziele an, transportiert werden sollen mehr als 86000 Passagiere. Einige davon stiegen gestern bereits in den neuen Airbus: Die Maschine hob in Richtung Kanaren ab.
Die neuen, von der Bezirksregierung angesetzten Betriebszeiten erlauben Starts ab 6 Uhr. Dass einmal wöchentlich ein Mallorca-Flug von Hamburg International eigentlich für 5.15 Uhr geplant war, sieht Norbert Grella, einer der drei Geschäftsführer des Unternehmens, nicht als Problem. "Der Flug wird etwas später starten. Er findet aber auf jeden Fall statt."
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