Kevelaer: Hoffen auf gewaltfreies Feiern
VON CHRISTIAN BREUER - zuletzt aktualisiert: 07.02.2012Kevelaer (RP). Rund 650 Teilnehmer haben sich im Internet verabredet, um von Kevelaer aus zum Karnevalszug in Twisteden zu laufen. Polizei und Karnevalisten beobachten die Vorbereitungen. In der Vergangenheit kam es zu Ausschreitungen.
Es kommt nicht oft vor, dass die Polizei Twisteden als "besonderer Brennpunkt" bezeichnet. In zwölf Tagen wird es aber wieder so weit sein, dann zieht der Karnevalszug durch das beschauliche Örtchen. Mehrfach kam es dabei in den vergangenen Jahren zu Ausschreitungen, bei Schlägereien wurden Jugendliche und auch Polizisten verletzt.
Entsprechend genau wird nun schon im Vorfeld des Zuges beobachtet, was sich möglicherweise zusammenbrauen könnte. So wirft die Polizei zum Beispiel ein wachsames Auge auf die Internetplattform "Facebook". Dort haben sich auf der entsprechenden Seite bereits knapp 650 Nutzer angemeldet. Nicht nur zur Teilnahme am Zug durch Twisteden an sich, der um 14.11 Uhr beginnen soll.
Auf der Internetplattform können Nutzer öffentliche Termine anlegen. Die Seite "Karneval 2012 Kevelaer – Twisteden" wurde von vier jungen Männern angelegt. Neben rund 650 Zusagen und 170 "unsicheren" Teilnehmern haben sich 874 eingeladene Nutzer noch nicht entschieden.
Bereits um 11 Uhr wollen sich die Jugendlichen in Kevelaer treffen, von dort aus dann gegen 12 Uhr in Richtung Twisteden marschieren. Die Polizei hat bereits angekündigt, bereits dort Kontrollen durchzuführen, speziell mit Blick auf den Alkoholkonsum. Wie die RP erfuhr, gibt es aber offenbar einige Jugendliche, die bereits in den Tagen vor Karneval beginnen, Alkohol entlang des Weges zu verstecken – um "Nachschub" zu haben, sollten sie erwischt werden.
Karin Raimondi vom "Attacke Fanclub" aus Twisteden ist Vollblut-Karnevalistin. Sie hofft, dass es auch in diesem Jahr friedlich bleibt. Auch auf der Facebook-Seite, auf der sich die 650 Teilnehmer angekündigt haben, wirbt sie eindringlich um gegenseitige Rücksichtnahme. "Die Mitglieder einer Gruppe müssen aufeinander aufpassen", mahnt sie. "Wir Karnevalisten wollen einfach nur friedlich feiern, das ist unser Anliegen."
Doch Karin Raimondi gibt sich auch keinen Illusionen hin. Sie selbst war schon Augenzeugin bei einer wüsten Schlägerei. "Wenn es wieder zu solchen Ausschreitungen kommt, dann war es das mit unserem Zug, dann ist Feierabend", sagt sie mit einer entschlossenen Stimme, in der aber auch die Sorge mitschwingt, dass dieser schlimmste Fall wirklich eintreten könnte.
Die Polizei hat ihre Planungen unterdessen fast abgeschlossen: "Das Einsatzkonzept werden wir im Laufe der Woche festlegen", sagt Polizei-Sprecher Heinz Vetter. Twisteden habe man dabei besonders im Blick, bleibe aber flexibel. "Solche Brennpunkte verlagern sich oftmals, das müssen wir auch in Betracht ziehen", erklärt Vetter.
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