Weeze: Idylle pur am Ufer der Niers
VON ANJA SETTNIK - zuletzt aktualisiert: 07.08.2009Weeze (RPO). Ulrich Francken hat für seine Familie vor über 20 Jahren ein altes Haus instandgesetzt. Direkt vom eigenen Grundstück aus kann seine Frau auf der Niers paddeln, ihren Kaffee trinken beide mit Blick auf Schloss Hertefeld.
Wäre er nicht Bürgermeister, könnte er sich an diesem Ort wohl vor allen Problemen, die Weeze hat, verstecken. Ulrich Francken lebt so idyllisch, wie das mitten im Ort nur möglich ist: unmittelbar am Ufer der Niers mit Blick auf die Schlossruine Hertefeld gleich gegenüber.
Im großen, dennoch lauschigen Garten hinter seinem aufwändig sanierten alten Backsteinhaus stehen zahlreiche Obstbäume, die Francken selbst pflegt. Das schmiedeeiserne Gitter, das den Sitzplatz gegen das Flussufer absichert, stammt von einem alten Friedhof. Wo immer Francken die Möglichkeit sah, hat er alte Baumaterialien in Haus und Hof eingebracht.
Die Laufbahn
Ulrich Francken, wie seine Frau auf einem Bauernhof groß geworden, besuchte die Hauptschule und ging nach der mittleren Reife zur Polizei, wo er an vielen Stationen 26 Jahre lang blieb.
Seit 1984 ist er für die CDU im Gemeinderat, doch erst 2001 wurde Francken zum Bürgermeister gewählt. Sein Herausforderer ist Hans-Jürgen ter Meer (SPD).
Drei erwachsene Kinder
Das damals fast abbruchreife Haus hat das Ehepaar Francken 1986 gekauft und vor dem Einzug lange daran gebastelt. "Das waren sehr intensive Jahre damals", erinnert sich Weezes Bürgermeister. "Meine Frau und ich waren beide noch in der Ausbildung, arbeiteten am Haus und bekamen unsere drei Kinder." Elisabeth Francken ist Lehrerin an der Schule für Körperbehinderte in Bedburg-Hau.
Beide Franckens kommen aus der Landwirtschaft und hatten deshalb das Bedürfnis nach viel Platz für die Familie. "Wir haben sogar noch Land dazu gepachtet – das Grundstück führt ein ganzes Stück an der Niers entlang", erzählt Francken.
Die Bäume, die Wiese und die Hecken zu schneiden sei ein willkommener körperlicher Ausgleich zu denAmtsgeschäften. Außerdem fährt der 50-Jährige gerne Rad, geht in die Sauna und wandert, wenn's zeitlich möglich ist, in den Bergen. Elisabeth Francken nutzt regelmäßig das Paddelboot, in das sie gleich aus dem eigenen Garten einsteigen kann.
"Ich paddele am liebsten abends einen Kilometer gegen die Strömung und dann zurück – dann hat man schon was getan." Die Kinder, 19, 21 und 23 Jahre alt und im Studium beziehungsweise der Ausbildung, haben Weeze von seiner schönsten Seite kennengelernt.
Der Bürgermeister hingegen kennt auch die andere Seite der Medaille. Als früherer Polizeibeamter (26 Jahre war er im Dienst) ist er mit sämtlichen Realitäten des Lebens vertraut, vor acht Jahren wurde er dann an die Spitze der Gemeinde gewählt. "Ganz knapp war das damals – ich bekam nur 173 Stimmen mehr als die ehemalige Bürgermeisterin Bärbel Naus", erzählt er.
Die Konversion
Insbesondere unter den Folgen der Konversion leidet seine Gemeinde noch immer. Obwohl der Abzug der Briten auch Positives mit sich brachte: den Flughafen. "Ich wünsche mir für die Bürger ein lebenswertes Weeze mit gesunden Vereinen und vielen ehrenamtlich engagierten Menschen.
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