Kevelaer: Inklusion: Es gibt zu wenig Sonderpädagogen
zuletzt aktualisiert: 12.07.2011Kevelaer (RP). Weitaus mehr Schulen als bisher beschäftigen sich derzeit mit Inklusion. Zum neuen Schuljahr werden zahlreiche Hauptschulen, eine Reihe Realschulen und vereinzelte Gymnasien behinderte Schüler aufnehmen. Dabei können nur diejenigen Jungen und Mädchen in Regelschulen aufgenommen werden, für die genügend Förderstunden durch Sonderpädagogen garantiert werden können. Das sagte im RP-Gespräch Schulrätin Angelika Platzen. Vorreiter in Sachen "Gemeinsamer Unterricht" (GU) ist die Hauptschule Kevelaer. Dort gibt es mehrere integrative Klassen. Die Kinder werden, je nach Behinderung, zielgleich oder zieldifferent beschult, können den gleichen oder einen anderen Schulabschluss machen wie ihre Altersgenossen.
Sonderpädagogen sind im Kreis Kleve besonders rar. Wobei die Schulrätin betont, dass in dem Maße, wie behinderte Kinder künftig "normale" weiterführende Schulen besuchen, diese Kinder in den Förderschulen fehlen. Und entsprechend Lehrer abgeordnet werden können. "Das ist für die Beteiligten natürlich nicht optimal. Sie müssen fahren, haben mit zwei Kollegien und den entsprechenden Konferenzen zu tun." Für den Kreis Kleve seien etliche Stellen für Sonderpädagogen ausgeschrieben – weitgehend ohne Resonanz.
Je nach festgestellter Schwäche haben Kinder unterschiedlichen Anspruch auf Förderung: für ein lernbehindertes Kind fallen 2,5 Stunden pro Woche an, für körperlich oder motorisch benachteiligte 4,5 Stunden, für solche mit sprachlichen Problemen 3,2 Stunden, für die emotional-sozial auffälligen 3,5 Stunden. Die Sonderpädagogen unterstützen den Klassen- oder Fachlehrer in dessen Unterricht.
Zwei Wochen vor Ferienbeginn bearbeitete die Schulrätin gestern die letzten Anträge. "Auch die Schulträger müssen zustimmen. Oft haben sie Sorgen wegen der entstehenden Kosten", weiß Angelika Platzen. Denn insbesondere für körperbehinderte Kinder können teure Umbauten wie etwa Aufzüge nötig werden. Häufig fahren Förderkinder zudem mit dem Taxi statt mit dem Bus zur Schule. Über die Abordnung der Lehrer entscheidet die Bezirksregierung.
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