Kevelaer: Jung und Alt – es klappt
VON ANJA SETTNIK - zuletzt aktualisiert: 14.11.2008Kevelaer (RPO). Das Caritas-Projekt Mehrgenerationenhaus im Kevelaerer Klostergarten ist sehr gut angelaufen: Die Wohnungen sind vermietet, neben Senioren leben hier Singles und Familien mit insgesamt 13 Kindern.
Vormittags sind die Senioren unter sich. Schließlich besuchen Kinder üblicherweise Kindergarten oder Schule, und die jüngeren Erwachsenen gehen einem Beruf nach. Aber am Nachmittag sieht es anders aus im Wohnquartier Klostergarten: Da ist es es kein seltener Anblick, wenn Rollstuhlfahrer und Schulkinder sich gemeinsam im Garten umsehen. Oder sich Kleine zum Basteln mit älteren Damen zusammensetzen. In Kevelaer an der Sonnenstraße entwickelt sich das Caritas-Wohnprojekt Klostergarten. Neben dem Schwerpunkt „Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz“ ist das Mehrgenerationenhaus die zweite Besonderheit.
Pläne
Neben den bereits vorhandenen Wohnungen werden noch weitere gebaut, zudem lässt Investor Voba einige Einfamilienhäuser in Doppelhausbauweise errichten – der Baubeginn und die Vermarktung stehen noch aus. Entstehen soll auch ein Spielplatz – möglichst zentral, so dass die Senioren den Kleinen zusehen können.
Früheres Clemenshaus
Der Klostergarten nimmt die Stelle des früheren Clemenshauses ein. Ein Teil wurde abgerissen, ein anderes Gebäude umgebaut. Entstanden sind Wohngemeinschaften und barrierefreie Wohnungen, die bereits sämtlich vermietet sind. Einige sind öffentlich gefördert, andere nicht. „Bei uns sind Alleinerziehende und Familien mit bis zu drei Kindern eingezogen“, erzählt Alexandra Halmanns, die Koordinatorin des Mehrgenerationenhauses. „Die Mieterbetreuerin Sabine Schalnas hat in Gesprächen vorab die Interessenten deutlich auf unser Konzept aufmerksam gemacht. Wer hier eingezogen ist, trägt ganz bewusst die Idee mit, zu geben, was er hat, und zu nehmen, was er braucht.“ Das ist natürlich ideell und praktisch, nicht etwa finanziell gemeint. Mit Kindern basteln und Wäsche falten gegen Einkäufe erledigen und den Rollstuhl schieben – so etwa funktioniert’s.
Der Pressesprecher der Gelderner Caritas, in deren Trägerschaft der „Klostergarten“ ist, zeigt den Besuchern ein anderes Herzstück der Anlage: den Sinnesgarten. Schon wenige Monate nach der Anlage sieht er prächtig aus – selbst jetzt im Herbst. Kein Wunder, schließlich haben hier Fachleute jeden Alters mitgewirkt. „Die Hochbeete sind so angelegt, dass sie auch für Rollstuhlfahrer erlebbar sind“, erklärt Tobias Kleinebrahm. Die alten und die jüngeren Menschen haben die Beete gemeinsam mit Kräutern und Gemüse bepflanzt: Rosmarin, Thymian, Petersilie, Sellerie, Porree und Kohlköpfe sorgen hier auch im November noch für Vielfalt. Natürlich gibt’s ebenfalls Blumen und Stauden, die den Garten in anderen Jahreszeiten in Farben tauchen. Klassische Sitzbänke übrigens sucht man vergebens: Naturnah wurden zwischen den Hochbeeten Sitzbereiche aus Stein geschaffen. Schließlich geht’s im Sinnesgarten nicht nur um Sehen, Schmecken, Hören und Riechen, sondern auch um Fühlen – da wird auch ein unebener Sitzplatz zum Erlebnis.
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