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Weeze: Kein Platz für Körperscanner

VON CHRISTIAN BREUER - zuletzt aktualisiert: 10.08.2010

Weeze (RPO). Während in Hamburg bald die Testphase beginnen soll, sind so genannte "Nacktscanner"

in Weeze kein Thema. Möglicherweise müsste für die neue Technik sogar ein neues Terminal gebaut werden.

In Hamburg sollen in wenigen Wochen die ersten Körperscanner, besser bekannt als "Nacktscanner", getestet werden (die RP berichtet). Mit diesen Scannern werden die Passagiere auf Waffen oder verbotene Gegenstände kontrolliert, findet der Computer einen verdächtigen Gegenstand, wird der Fund an die Sicherheitsleute gemeldet, die dann gezielt nach der vermeintlichen Gefahr suchen können.

Passagiere, die vom Flughafen Niederrhein in den Urlaub starten wollen, brauchen sich vorerst allerdings noch nicht auf die neuartigen Geräte einzustellen. Flughafen-Geschäftsführer Ludger van Bebber erklärt: "In Hamburg beginnt erstmal eine Versuchsphase. Ich denke, dass mindestens ein bis zwei Jahre vergehen werden, bis die Geräte zur Serienreife gelangen." Und auch das bedeutet noch nicht, dass die Geräte dann sofort an allen Flughäfen in Deutschland aufgestellt werden.

Info

Der "Nacktscanner"

In der ersten Generation der "Nacktscanner" konnte man noch Körpermerkmale erahnen. Inzwischen, so versicherte Innenminister Thomas de Maizière, seien auf den Bildschirmen nur Strichmännchen zu sehen. Verdächtige Stellen würden auf dem Monitor mit einem roten Punkt markiert.

Lange Wartezeiten vermeiden

Insbesondere zwei Gründe sprechen dagegen, dass in Weeze schon bald mit Körperscannern zu rechnen ist. "Erstmal muss sich zeigen, welchen Durchsatz diese Geräte haben", sagt van Bebber. Er befürchtet längere Wartezeiten, wenn die Kontrolle durch die neue Technik länger dauert als beim bisherigen System.

Vor allen Dingen aber spricht der Platzbedarf, den die Geräte haben, gegen einen baldigen Einsatz. "Diese Geräte haben einen höheren Platzbedarf", erklärt der Flughafen-Geschäftsführer, "und diesen Platz können wir im Sicherheitsbereich unseres Terminals derzeit defintiv nicht zur Verfügung stellen. Hinzu komme, dass eventuell auch nach Einführung der Körperscanner noch die üblichen Sicherheitsschleusen mit Metalldetektoren parallel aufgestellt werden müssen. Für Passagiere, die den Körperscanner nicht nutzen möchten.

Selbst wenn die Scanner bis zur Serienreife noch kleiner werden, steht in den kommenden Jahren noch eine Neuerung an: Dann sollen zusätzliche Scanner eingeführt werden, die Flüssigkeiten überprüfen können. Zwar fallen damit die von vielen Passagieren als lästig empfundenen Einschränkungen für Flüssigkeiten im Handgepäck weg – für den Flughafen bedeuten die neuen Maschinen aber weiteren Platzbedarf.

Wenn es soweit kommt, sieht van Bebber keine andere Alternative als den Neubau eines Terminals oder zumindest den Umbau und die Erweiterung der bestehenden Abflughalle.

Den Scannern selbst steht der Flughafen-Chef übrigens neutral gegenüber. "Wenn der Datenschutz gewährleistet ist, dann ist mir ein Scanner im Zweifel lieber als die persönliche Berührung bei der Abtastung. Außerdem bedeuten sie ein Mehr an Sicherheit!"

Quelle: RP

 
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