Kevelaer: Kevelaer ans Herz gewachsen
VON MATTHIAS RIEMEN - zuletzt aktualisiert: 21.02.2011 - 11:56Kevelaer (RPO). Es stimmt wohl beides: Dem neuen Weihbischof Stefan Zekorn ist Kevelaer eine Herzensangelegenheit geworden, und umgekehrt lässt die Stadt ihren Wallfahrsrektor ungern gehen. Große Abschiedsfeier.
Vor einer Woche begann mit der Bischofsweihe im Münsteraner Dom für Stefan Zekorn ein neuer Lebensabschnitt – als Weihbischof von Münster und Warendorf. Gestern kehrte Zekorn an seine alte Wirkungsstätte nach Kevelaer zurück, wo er fünf Jahre lang als Pfarrer in St. Marien die Geschicke der Wallfahrt leitete. Halb Kevelaer stand am Sonntagv nach dem Pontifikalamt in der rappelvollen Basilika auf dem Kapellenplatz.
Fahnenabordnungen
Fast alle Messdiener der Pfarrgemeinde, die Bruderschaft "Consolatrix Afflictorum" und Fahnenabordnungen der Geselligen Vereine standen dem 51-Jährigen auf seinem ersten Weg als Bischof zum Gnadenbild Spalier, bevor der Musikverein mit dem Fahnenwalzer das traditionelle Fahnenschwenken begleitete.
Doch zuvor hatte Zekorn in einer feierlichen Messfeier erste Worte des Abschieds und des Dankes gefunden. In seiner Predigt betonte der gebürtige Münsterländer, wie sehr ihm die Stadt seit 2006 ans Herz gewachsen sei. Reicher an Kraft und Erfahrung beginne er nun seine neue Aufgabe. Mit Blick auf die Marienstadt ist Zekorn sich sicher: "Die Wallfahrt wird weiter blühen, wenn wir uns wie bisher von Gott und Maria zusammenführen lassen. Gott möchte an diesem Ort die Menschen ansprechen, das durfte ich als Wallfahrtsrektor oft erleben." Mit Marschmusik ging's über die Hauptstraße zum Festakt ins Bühnenhaus, wo sich Stefan Zekorn in einer bewegten Rede von seiner Gemeinde verabschiedete, nicht ohne das Versprechen abzugeben, wiederzukommen. Das wohl größte Geschenk des Tages durfte Martin Klüsener, Kaplan und übergangsweise Pfarrverwalter, seinem ehemaligen Vorgesetzten überreichen: den goldenen Bischofsstab, finanziert durch verschiedenste Gruppen von den Messdienern bis hin zum Kirchenvorstand.
Klüsener attestierte dem Weihbischof eine "persönliche, glaubwürdige Art, das Evangelium zu leben, scharfen Verstand und große Überzeugungskraft" und wünschte Zekorn: "Wie schon in Kevelaer mögest du als guter Hirte die anvertrauten Gemeinden vor dem Wolf der Zeit schützen." Schon vor Beginn des Festakts wollte der Strom der Gemeindemitglieder, die gratulieren, sich verabschieden bedanken wollten, nicht abreißen – so viele gute Kontakte und teils enge Freundschaften hat der scheidende Wallfahrtsrektor in kurzer Zeit in der Marienstadt geknüpft.
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