Kevelaer: Kevelaer erwartet bis zu 15 000 Tamilen
zuletzt aktualisiert: 07.08.2010Kevelaer (RPO). Sie pilgern zur "Trösterin der Betrübten", die Tamilen, die am kommenden Wochenende aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland in Kevelaer erwartet werden. Bereits seit 1987 kommen die im Exil lebenden, katholischen oder hinduistischen Tamilen einmal im Jahr in die Marienstadt. Am Marienbild tragen sie der Gottesmutter ihre Anliegen vor und beten.
Die Veranstaltung zählt nach Angaben der Wallfahrtsleitung zu den größten und farbenprächtigsten Wallfahrten. In der Marienbasilika beten die tamilischen Flüchtlinge für Frieden in ihrer Heimat Sri Lanka und für die Möglichkeit, dorthin zurückkehren zu können. Vor und in der Kerzenkapelle werden wieder viele tausend Kerzen der Pilger brennen.
Die in traditionelle festliche und farbenfrohe Gewänder gekleideten Gläubigen kommen nach Angaben der Veranstalter aus Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Italien, Frankreich, England, Dänemark, Finnland, Schweden und anderen europäischen Ländern. Alleine in Deutschland leben rund 8000 tamilische Katholiken in etwa 50 Gemeinden.
Bürgerkrieg ist beendet
Im Mai vergangenen Jahres war der jahrzehntelange Bürgerkrieg der sri-lankischen Regierungstruppen über die tamilischen Rebellengruppen, den "Befreiungstigern von Tamil Eelam", beendet worden. Nach verschiedenen Quellen waren in der Schlussphase des Bürgerkriegs, der sich um die Frage nach einem eigenen Tamilenstaat entzündet hatte, zwischen 7000 und 30 000 Zivilisten – überwiegend Tamilen – getötet worden.
Noch immer kann nach Angaben der Exil-Tamilen nicht von einem wirklichen Frieden in ihrem Heimatland, das überwiegend von Singhalesen und Tamilen bewohnt wird, gesprochen werden.
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