Kevelaer: "Kevelaer hat mich beeindruckt"
zuletzt aktualisiert: 05.06.2009Kevelaer (RPO). Samstag wird der Münsteraner Bischof Felix Genn zu seinem Antrittsbesuch in Kevelaer erwartet. Im RP-Interview spricht er über seine ersten Monate im Amt und die besondere Atmosphäre des Wallfahrtsortes.
Der neue Bischof von Münster, Felix Genn, wird morgen den Niederrhein besuchen. Nach einem Aufenthalt in Xanten wird der 59-Jährige abends in Kevelaer erwartet. Für den neuen Oberhirten des Bistums, der im März sein Amt angetreten hat, ist es sein Antrittsbesuch im Wallfahrtsort.
Können Sie sich an Ihren ersten Besuch in Kevelaer erinnern?
Bischof Felix Genn Sehr gut sogar. Das liegt rund neun Jahre zurück, damals war ich noch Weihbischof im Bistum Trier. Kevelaer hat mich sofort sehr beeindruckt. Ich dachte mir: Hier wirst du noch öfters hinkommen.
Das Besuchsprogramm
Alle Kevelaerer sind eingeladen, den Bischof um 20.15 Uhr mit Fahrrädern an der Niersbrücke in Schravelen zu begrüßen. Um 20.45 Uhr wird er auf dem Roermonder Platz empfangen. Um 21 Uhr wird der Bischof durch ein Fahnenschwenken auf dem Kapellenplatz geehrt. Danach beginnt die feierliche Lichterprozession.
Was hat Sie besonders fasziniert?
Bischof Genn Die Atmosphäre des Gebetes, des Glaubens und Verstehens. Als Bischof von Essen bin ich dann später regelmäßig mit der Rentnergemeinschaft der KAB nach Kevelaer gepilgert.
Ihr Lieblingsort in der Stadt?
Bischof Genn Eindeutig die Gnadenkapelle. Leider hatte ich bei meinen Besuchen nicht immer die Zeit, die ich mir gewünscht hätte. Ich würde gerne einmal einen längeren Aufenthalt in Kevelaer verbringen.
Der Wallfahrtsrektor von Kevelaer ist für Sie kein Unbekannter.
Bischof Genn Ich kenne Stefan Zekorn aus der Zeit, als wir beide Spirituale waren. Dr. Zekorn war damals am Borromaeum in Münster tätig. Wir sind uns auf den jährlichen Treffen begegnet.
Heinrich Janssen führt noch das Amt des Regionalbischofs in Xanten aus, aber es ist bekannt, dass er bald emeritiert werden möchte. Gibt es Neues zu dieser Personalie?
Bischof Genn Die Sache ist auf dem Weg. Wir warten aber noch auf eine Antwort des Papstes.
Auch in Kevelaer sieht man unter den Wallfahrern mehr alte als junge Gesichter. Wie könnte man die Jugend stärker für das Pilgern begeistern?
Bischof Genn Nach meiner Erfahrung sprechen junge Menschen gut auf das Angebot von Fußwallfahrten an. Im Bistum Essen hatten wir einen Fall, bei dem sogar Ungetaufte sich den Pilgern angeschlossen haben. Es war eine besondere Art, Gemeinschaft zu erleben.
Sie stammen aus einem kleinen Ort in der Nähe des Laacher Sees.
Bischof Genn Richtig. Allerdings habe ich mich nie so recht als Eifeler gefühlt, sondern als Rheinländer. Ich bin beispielsweise in Andernach zur Schule gegangen.
Die Abtei Maria Laach ist ebenfalls ein beliebtes Ziel für christliche Reisende. . .
Bischof Genn Ja, aber was die Zahl der Besucher betrifft, kann man sie mit Kevelaer nicht vergleichen.
Sie werden am Samstag zur Lichterprozession an der Gnadenkapelle predigen. Worüber werden Sie sprechen?
Bischof Genn Über den Dank für das öffentliche Glaubenszeugnis und die Aufforderung, dies in den Alltag weiter zu tragen.
Sie sind seit März Bischof von Münster. Wie haben Sie die ersten Monate erlebt?
Bischof Genn Das ist ein einziges großes Kennenlernen – als würde man sich eine neue Sprache aneignen. Jede Diözese hat so ihre Besonderheiten.
Stefan Gilsbach führte das Gespräch.
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