Kevelaer: Kirchen für Ostern herrichten
VON MARTIN VAN DER PÜTTEN - zuletzt aktualisiert: 08.04.2009Kevelaer (RPO). In der Karwoche bereiten sich die Christen auf das anstehende Osterfest vor. Es ist eine Zeit voller tiefer Symbolik und alten Riten. Dabei gibt es einige Unterschiede zwischen den Katholiken und Potestanten.
Nachdem die Karwoche schon am vergangenen Palmsonntag angefangen hat, stehen nun mit dem Gründonnerstag, dem Karfreitag und dem Karsamstag die drei Kartage im engeren Sinne bevor. Bis heute gesetzlich besonders geschützt ist dabei der Karfreitag, der als sogenannter "Stiller Tag" gilt und an dem deshalb in den meisten Bundesländern keine Tanzveranstaltungen stattfinden dürfen. Mit Zeichen und Gebräuchen machen Christen in diesen Tagen in evangelischen und katholischen Kirchen die Inhalte der Kartage deutlich.
Die Altäre werden abgedeckt
Bereits am fünften Fastensonntag werden in den katholischen Kirchen die Kreuze und Kruzifixe verhüllt. Die nächsten sicht- und hörbaren Veränderungen finden am Gründonnerstag statt. Nach der Eucharistiefeier werden an diesem Tag die Altäre komplett abgedeckt und die Kerzen entfernt. Ebenfalls ab diesem Zeitpunkt wird das Läuten der Kirchenglocken eingestellt. "Auch das Allerheiligste wird aus dem Kirchentabernakel entfernt. Bis zum Ostermorgen steht der Tabernakel dann leer und offen da", erläutert Alois van Doornik, Pastor der Kirchengemeinde St. Antonius in Kevelaer. Am Karfreitag dann findet der Kreuzweg statt, an dem an das Leiden und Sterben Jesu am Kreuze erinnert wird.
Herkunft des Begriffs
Die Bezeichnung Karwoche leitet sich ab aus dem altdeutschen Wort "kara", das soviel wie "Klage, Kummer oder Trauer" bedeutet.
Sie ist ein traditionell deutscher Begriff, während man in der katholischen Liturgie die Bezeichnung "hebdomada sancta", verwendet, was "Heilige Woche" bedeutet. Im Gegensatz zur Karwoche gehört der Ostersonntag definitionsgemäß zu der "Heiligen Woche."
Dazu werden dann die knapp zwei Wochen zuvor verhüllten Kreuze wieder enthüllt und verehrt. Auch an diesem ruhen die Glocken. Zudem gibt es keine Orgelmusik. "In manchen Kirchen wird nach der feierlichen Enthüllung des Kreuzes das Kreuz über den Karsamstag zur Verehrung präsentiert. Dieser Karsamstag stellt nicht nur den Abschluss der Karwoche dar. Er auch darüber hinaus ist ein ganz besonderer Tag im Kirchenjahr: Da an ihm der Grabesruhe Christi gedacht wird, ist es der einzige Tag im Jahr, an dem keine Heiligen Messen stattfinden.
Unterschiede bei den Protestanten
In den evangelischen Kirchen werden hingegen die Kreuze nicht verhüllt. Der Abendmahltisch wird hingegen ebenfalls besonders schlicht gehalten. Dieser ist während der Kartage nur mit einem schwarzen oder violetten Läufer bedeckt. "Auf Blumenschmuck verzichten wir ganz, es kann höchstens ein Dornenzweig auf dem Abendmahltisch liegen", erklärt Karin Dembek, die Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Kevelaer. Die Glocken läuten derweil bei den Protestanten und der Karfreitagsgottesdienst mit gemeinsamem Abendmahl findet bereits vormittags statt.
Zusammenfassend lässt sich für beide Konfessionen sagen, dass während der gesamten Karwoche auf Schlichtheit und Stille geachtet wird. Demgegenüber steht dann am Ostersonntag eine besondere Festlichkeit.
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