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Kevelaer: Lärmopfer fürchten um OW 1

VON ANJA SETTNIK - zuletzt aktualisiert: 04.08.2010

Kevelaer (RPO). Die CDU-Landtagsabgeordnete Margret Vosseler hat eine kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt, wie es mit der Umgehungsstraße in Kevelaer weitergeht. Laut Koalitionsvertrag sollen kaum neue Straßen gebaut werden.

Winnekendonks Ortsvorsteher Hansgerd Kronenberg hat sich für die nähere Zukunft Geduld verschrieben. Das ist nicht einfach für einen, der selbst an der Sonsbecker Straße wohnt und deshalb aus eigenem Erleben weiß, wie sehr die Winnekendonker von Lärm belastet werden. Seine Parteikollegin Margret Vosseler, bekanntlich neuerdings für die CDU des Südkreises Kleve im Landtag, hat an die neue Landesregierung eine Kleine Anfrage gestellt. Darin fragt sie die Landesregierung, wann und mit wie viel Finanzmitteln die Ortsumgehung "OW 1" realisiert wird. "Bevor wir als Kevelaerer CDU wieder aktiv werden, möchte ich erst einmal hören, was die Adressatin zu der Anfrage sagt", erklärt Kronenberg.

Notwendigkeit zu sparen

Die Notwendigkeit zu sparen und sicherlich auch umweltpolitische Grundsätze haben die neue rot-grüne Landesregierung dazu gebracht, in der Koalitionsvereinbarung festzuhalten, das Straßennetz solle vorrangig erhalten und weniger ausgebaut werden. "Ab dem Hauhaltsjahr 2011 sollen die finanziellen Mittel für die Landesstraßen sukzessive deutlich zugunsten des Straßenerhalts umgeschichtet werden", schreibt Vosseler. Vom Straßen-Neubau oder von weiteren Ortsumgehungen sei keine Rede. Deshalb die Sorge: Steht die OW 1 weiter hoch oben auf der Prioritätenliste? Oder etwa nicht mehr?

Erst vor wenigen Monaten hatten sich CDU-Vertreter aus Kevelaer auf den Weg nach Düsseldorf gemacht, um mehr als 1000 Unterschriften von Bürgern für den zügigen Bau der OW 1 abzugeben. Darunter dürften ganz überwiegend Bewohner von Winnekendonk und der Kevelaerer Rheinstraße sein. "Winnekendonk ist ja gleich doppelt belastet", sagt der Ortsvorsteher. "Bei uns kommt alles zusammen – die Flugzeuge des Airport Weeze und der Auto- und Schwerlastverkehr." Ob Pkw oder Lastwagen – ein Großteil der Fahrzeuge, die durch den Ort rollen, will zur Autobahnauffahrt Sonsbeck. Und das ab morgens gegen 4.30 Uhr, wie Kronenberg und seine Winnekendonker Tag für Tag leidvoll feststellen müssen.

Dass die A 57 so nahe liegt, ist ja im Grunde kein Nachteil. Tatsächlich ist die Nähe zur Autobahn insbesondere für ansiedlungswillige Firmen ein zugkräftiges Argument. Auch deshalb wird die Umgehung, die unter anderem Kevelaers Gewerbegebiet Süd (dort liegt zum Beispiel die Firma Red Sun) an das Fernstraßennetz anbinden soll, sehnlich erwartet.

Manche CDU-Vertreter argwöhnen, dass die OW 1 auf Eis gelegt wird, weil ja noch kein Baurecht besteht. Kronenberg will aber daran glauben, dass die Planung schon so weit gediehen ist, dass das Projekt nun auch durchgezogen wird. Insbesondere, weil es ja nicht um eine neue Straße gehe, sondern bloß um einen so wichtigen Lückenschluss.

Quelle: RP

 
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