Kevelaer: Mehr Kultur für Kleine
VON ANJA SETTNIK - zuletzt aktualisiert: 12.12.2009Kevelaer (RPO). Trotz knapper Kassen leisten sich sowohl Kevelaer, als auch Weeze diverse Theater- und Musikveranstaltungen für Kinder. Selbst außerhalb der dunklen Jahreszeit gibt es ein kulturelles Angebot. Wichtig: Es muss günstig sein.
kevelaer / weeze Die Gruppe "Adesa" hat ihr Kommen angekündigt, und die Karten sind innerhalb kurzer Zeit vergriffen. Lebhafte Musik und exotischer Tanz, eine besondere Atmosphäre in einem selten zugänglichen Raum – das sind Argumente, die bei kleinen und großen Musikfreunden ziehen. Die Reihe "Familienkonzerte im Schloss Wissen" ist ein Erfolgsmodell. Weezes Kulturamts-Mitarbeiter wissen, dass dieses Angebot sich sehr gut verkauft. Manchmal – siehe Adesa am vergangenen Wochenende – sind die Veranstaltungen sogar frühzeitig ausverkauft. Das ist dann schade für diejenigen, die zu spät kommen.
Immer Karten zu haben
Ein Kindertheater-Abo gibt's in Kevelaer nicht. Vor jeder Veranstaltung haben alle Familien die Chance, sich früh genug Karten zu sichern. Nach Ansicht von Ruth Keuken ist der Markt dank der verschiedenen Anbieter gesättigt. Unendlich ausweiten ließen sich die Angebote nicht, schließlich sei auch Kultur für Kinder fast immer defizitär.
Ein Raum fehlt
"Leider können wir nicht mehr anbieten, denn zum einen sind Theater- und Musikveranstaltungen nie Kosten deckend. Und zum anderen fehlt uns ein geeigneter Raum", sagt Khalid Rashid. "Wir sind sehr dankbar, dass wir für die Familienkonzerte schon viele Jahre den wunderschönen Saal im Schloss nutzen können, aber wir können die Gastfreundschaft des privaten Eigentümers nicht überstrapazieren. Darüber hinaus haben wir bisher nur das Bürgerhaus Wemb, was nicht für alle Weezer gut erreichbar ist."
Preislich bewege sich alles, was Weeze anbiete, am unteren Rahmen. "Billiger geht's nicht", sagt Rashid. Außerhalb der dunklen Jahreszeit gebe es zudem eine Aufführung des Theaters mini-art. Für die Zukunft plant die Gemeinde Weeze ein Kindermusikfestival. Das soll an einem Samstag in mehreren Räumen des Schlosses Wissen stattfinden und nicht nur zum Zuhören, sondern auch zum Mitmachen (Workshops) einladen.
Auch in Kevelaer machen sich die Verantwortlichen Gedanken darüber, wie Kinder an die Kunst heranzuführen sind. Ruth Keuken, Chefin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, lobt die Politik: "Alle Fraktionen waren sich im Kulturausschuss einig darüber, dass an der Sparte ,Kinderprogramm' nicht gespart werden darf. Es gibt sogar einen Termin mehr als in den Jahren zuvor." Das Programm beschränke sich auch nicht auf die Adventszeit: "Die Kinderoper ,Barbier von Sevilla' gibt's Ende Januar, den ,Kleinen Eisbär" im März. Hinzu kommen im Mai unsere Puppenspieltage." Und dann gibt's noch die Angebote des Theatervereins Impuls sowie Aufführungen in den Grundschulen.
Jugendliche schwer zu begeistern
Worin sich alle Fachleute einig sind: So leicht Kindergartenkinder und jüngere Schüler zu begeistern sind – bei Jugendlichen beißen alle auf Granit. Allenfalls "geschlossene" Schulveranstaltungen, die während des Unterrichts stattfinden (wie kürzlich "Die Welle"), haben eine Chance. "Klar ist aber auch: Je mehr Kultur Kinder erfahren, desto eher werden sie nach einigen Jahren der Ablehnung zurückkehren", sagt Ruth Keuken.
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