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Kevelaer: Mensa: Zum Nachtisch Frust

VON ANJA SETTNIK - zuletzt aktualisiert: 29.11.2008

Kevelaer (RPO). Schüler, Elternvertreter und der Direktor des Kevelaerer Gymnasiums sind enttäuscht über das Vorgehen von CDU und Verwaltung. Sie glauben nicht, dass der Anbau an den Mittagstreff der richtige Weg ist.

Mit Transparenten machten Eltern im Ratssaal auf ihre Forderungen aufmerksam.  Foto: RPO
Mit Transparenten machten Eltern im Ratssaal auf ihre Forderungen aufmerksam. Foto: RPO

Helga Rix, die Schulpflegschaftsvorsitzende, mochte gestern gar nicht mehr viel sagen, stellte nur fest: „Mich wundert inzwischen gar nichts mehr. Natürlich bin ich enttäuscht, aber Weiteres wird Ihnen Dr. Willkomm sagen.“ Der Beschluss, die Mensa (vorbehaltlich der Bewilligung von Landesmitteln) am Mittagstreff anzubauen und möglichst – so verlangt es die CDU – mit 1,2 Millionen Euro auszukommen, hat die Schulgemeinde schwer getroffen. „Nach drei Stunden Stehen bin ich nach der Sitzung ziemlich frustriert nach Hause gegangen. Irgendwann ist der Zustand erreicht, wo alles gesagt ist“, sagte Direktor Anton Willkomm auf Anfrage der RP.

Info

Unklare Kosten

Was die „Maula“ tatsächlich kosten wird – das scheint noch recht ungewiss. Das Beharren der CDU auf einer Deckelung der Ausgaben bei einem Betrag von 1,2 Millionen Euro schlug sich nämlich nicht im Beschluss nieder, sondern wurde nur im Protokoll festgehalten. Wenn das Projekt, für das sogar die Verwaltung angab, 1,8 Millionen Euro investieren zu müssen, erst einmal bewilligt ist, wird neu geplant und neu gerechnet.

Pädagogik mit Flipperautomat?

Nach wie vor leuchte ihm nicht ein, warum die Stadt sich mit dem Vorschlag der Eltern nicht anfreunden wollte: „Wenn die Nutzer, die sich mit den Bedürfnissen der Schüler auskennen, einen funktionalen und gleich teuren Plan haben – was kann dann gegen den sprechen?“ Und „Kicker und Flipper“ als Freizeitprogramm im Mittagstreff hält Willkomm für keine hinreichende pädagogische Betreuung. Da müsse sich der Schulträger schon mehr einfallen lassen – auch, wenn das Geld koste.

In einigen Jahren werden so viele Ganztagsschüler am Mittagessen teilnehmen, dass sie in Schichten essen müssen. „Auch das Kreisgesundheitsamt hatte erhebliche hygienische Bedenken, als die Verwaltung vorstellte, wie drei Umläufe innerhalb von zwei Stunden abzuwickeln seien.“

Schulleiterkollege Ralph Lenninger stimmt in diesem Punkt dem Direktor des Gymnasiums zu: „Da müssten alle Schüler pünktlich sein, die Tische schnell abgeräumt und gewischt werden, keiner dürfte bummeln.“ Erkenntnis beider Männer: Die Mensa muss so viele Plätze bieten, dass der Großteil der Schüler gleichzeitig essen kann. In Zeiten knapper Kassen akzeptiert Lenninger, wenn der Bereich „Aula“ weniger Chance auf Realisierung hat als eine Mensa.

Danielle aus der neunten, Theresa aus der sechsten und Timo aus der fünften Klasse gehörten zu den Kindern, die stundenlang zuhörten und sich zwischendurch mit der RP austauschten. „Was ich finde, will ja hier doch niemand hören“, meinte Danielle. Die 15-Jährige gab an, die meisten Gymnasiasten wüssten überhaupt nicht, wo der Mittagstreff sei, und dem zehnjährigen Timo ist der Ort nicht sympathisch, weil da ihm unbekannte Jugendliche „rumhängen“. Theresa nimmt schon jetzt am Schulessen teil, da sie aus Twisteden kommt und an langen Schultagen zwischendurch nicht nach Hause kann. Sie möchte, dass die „Maula“ das Zentrum des Schulzentrums wird. Ein Ort zum Sich-Wohlfühlen.

Quelle: RP

 
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