Weeze: Mit Air Berlin nach Mallorca
VON ANJA SETTNIK - zuletzt aktualisiert: 18.04.2011Weeze (RPO). Zum offiziellen Erstflug Mallorca-Weeze gab's gestern am Niederrhein-Airport einen großen Empfang. Dreimal in der Woche fliegt der Airbus von nun an hin und her. Vorwiegend nutzt der Reiseveranstalter Alltours die Maschine.
Herr Hunold ist gut gelaunt und fühlt sich auf dem Rollfeld des Airport Weeze sichtlich wohl. Mit Blick auf den rot-weiß lackierten Airbus A 319, der eben überpünktlich gelandet ist, versichert er der Fragerin, dass er sich eine Ausweitung des Air-Berlin-Geschäfts mit Weeze gut vorstellen kann – wenn's denn die Veranstalter wünschen.
Nun ist der freundliche Berliner nicht ganz der Hunold, der sich in der Vergangenheit recht abschätzig über den Niederrhein-Flughafen geäußert hat und ihn für völlig überflüssig hielt. Der gestrige Gast in Weeze war Peter Hunold, Bruder des Air-Berlin-Chefs Joachim Hunold.
Buurman zufrieden
"Ein glücklicher Tag" war's für Investor Herman Buurman. Seit acht Jahren kämpfe er für eine Zusammenarbeit mit Düsseldorf, nun sei ein erster wichtiger Schritt vollzogen. Buurman hofft auf eine Ausweitung des Geschäfts. Der Niederländer glaubt, dass viele kleinere Mitbewerber "Angst" vor Ryanair haben und deshalb zögern, neue Strecken ab Weeze anzubieten. Air Berlin hingegen setze auf die Pauschalreisenden.
Doch auch Peter Hunold ist bei der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft ein hohes Tier, zuständig für den Ticketverkauf und das Benelux-Geschäft. "Ich bin nicht sicher, ob mein Bruder überhaupt weiß, dass ich hier bin", behauptet er gegenüber der RP.
Rot-weißes Willkommen
Der halbe Flughafen war zum offiziellen Weezer Erstflug der Berliner Airline in den Farben des Unternehmens gestaltet: rote Ballons, rote und weiße Stehtische, Absperrbänder und -ketten durften ihr Rot-Weiß gleich behalten.
Kaum hatten die zahlreichen Gäste – Vertreter der kommunalen Politik, der Verwaltungen und von Behörden, Nachbarn und Geschäftsfreunde – sich im neu gestalteten Abflugbereich eingefunden, verkündete Marketing-Chef Holger Terhorst auch schon den Landeanflug des Airbus aus Mallorca.
Bis die Passagiere ausgestiegen waren, war Zeit, im warmen Sonnenschein auf dem Rollfeld Gespräche zu führen. Zum Beispiel mit Michael Bay und Arthur Leenders von den Klever Grünen. Anders als ihre Kreistagsfraktion und die meisten grünen Kollegen in den Kommunen haben die beiden kein Problem mit dem Flughafen Weeze.
Durchaus freundschaftlich unterhielten sie sich mit Airport-Geschäftsführer Ludger van Bebber und gaben (Bay) gegenüber der Redaktion gar zu Protokoll: "Es gibt zu jedem Thema etwas, was dafür und was dagegen spricht. Ich mache mir gerne selbst ein Bild und verteufele die Fliegerei nicht. Im Gegenteil halte ich das Fliegen sogar für eine Frieden stiftende, weil kommunikative Maßnahme. Es bringt Menschen zusammen." Leenders gab zudem zu bedenken, dass von Starts und Landungen in Weeze erheblich weniger Menschen gestört würden als etwa im Raum Düsseldorf.
Roland Katzy, Chef der SPD-Kreistagsfraktion, hofft mit vielen anderen Flughafenbeobachtern, dass sich das Air-Berlin-Engagement ausweiten wird. "Vielleicht bekommen wir so einen Fuß rein nach Düsseldorf."
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